16:43 20 November 2018
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    Eine Straße in der südjemenitischen Stadt Aden

    Südjemen: Separatisten in Aden besetzen mehrere Staatseinrichtungen – Medien

    © REUTERS / Fawaz Salman
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    Separatisten in der Stadt Aden im Südjemen haben laut einer Quelle von Sputnik am Sonntag mehrere Staatseinrichtungen, unter anderem das Hauptquartier der Regierung, unter ihre Kontrolle gebracht.

    Zuvor hatten die Anhänger der Abspaltung von Südjemen die Regierung in einem Ultimatum aufgefordert, am Sonntag zurückzutreten und der Bildung einer neuen Regierung den Weg frei zu machen. Nachdem die Frist des Ultimatums abgelaufen war, kam es zu Zusammenstößen zwischen den Separatisten und den Regierungskräften.

    Laut der Quelle brachten die bewaffneten Einheiten des Übergangsrates (der die Idee der Abspaltung des von Huthi-Rebellen dominierten Nordens unterstützt- Anm. d. Red.) am heutigen Sonntag den Gebäudekomplex des Gerichts, das Generalsekretariat der Regierung und das Militärcamp Jabal Hadid im Bezirk Crater unter ihre Kontrolle.

    Die Behörden hätten den Flughafen Aden angesichts der Lage geschlossen.

    Laut dem jemenitischen Premierminister Ahmed bin Dahr unternehmen die Anhänger des Übergangsrates militärische Handlungen,  richten neue militärische Checkpoints ein und greifen Regierungseinrichtungen an.

    „In Sanaa hat es eine Konsolidierung des Staatsstreichs gegeben, und hier in Aden gibt es einen Putsch gegen die legitimen Behörden und gegen das Projekt eines Bundesstaates", schrieb er  auf seiner Facebook-Seite.

    Der Zusammenbruch des Jemen könne nur durch die "Einheit der arabischen Position", zu der auch Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gehören, unter Berücksichtigung der Krise verhindert werden, die in Aden begann und  sich „allmählich in Richtung einer umfassenden militärischen Konfrontation" bewege.

    Die Zusammenstöße müssten sofort beendet werden, und das Militär müsse in seine Kasernen zurückkehren. Es sei notwendig, den Dialog zwischen den politischen Kräften in Aden wieder aufzunehmen,  forderte Daghr.  Jegliche Provokationen in Aden würden den Houthi-Rebellen zugute kommen, warnte er.

    Laut einem der Ärzte vor Ort wurden bei den Zusammenstößen in der Umgebung der Stadt Khor Maskar mindestens neun Menschen verletzt. Zwei von ihnen schweben in einem kritischen Zustand.

    Nach Angaben des  TV-Senders „Al Mayadeen"  kamen  bei den Zusammenstößen bereits mindestens 20 Menschen ums Leben. Dutzende Weitere  seien verletzt worden.

    Die saudi-geführte Militärkoalition, die Hadi unterstützt, rief alle politischen Kräfte dazu auf, Zurückhaltung zu üben und den friedlichen Dialog inmitten der andauernden Auseinandersetzungen fortzusetzen.

    Der Übergangsrat war im Mai 2017 geschaffen worden. Der kurz zuvor von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi entlassene Gouverneur der Provinz Aden Aidarus al-Zubaidi wurde zum Separatistenanführer.

    Im Jemen tobt seit drei Jahren ein verheerender Bürgerkrieg. Die Huthi-Rebellen der schiitischen Bewegung Ansar Allah haben weite Teile vor allem im Norden des Landes den Regierungstruppen abgerungen. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition unterstützt die Regierung und fliegt Angriffe auf Huthi-Stellungen.

    Ende November spitzte sich der Konflikt zu, als sich der frühere jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh von seinem Bündnis mit den Huthi-Rebellen lossagte und danach von den Aufständischen getötet wurde. Die Huthi versuchen regelmäßig, die Hauptstadt Saudi-Arabiens mit Raketen zu treffen.

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    Tags:
    Zusammenstöße, Abspaltung, Aden, Jemen