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10:17 23 Oktober 2019
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    Elon Musk „röstet“ Kunden-Hirne mit Flammenwerfern

    © AFP 2019 / Brendan Smialowski
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    Man wird den Eindruck nicht los, als wolle der US-Milliardär unbedingt wissen, wie viele Dummköpfe es im heutigen Westen gibt – und wie viel Geld man ihnen mit hohlen Projekten abschwatzen kann, schreibt die Publizistin Irina Alxnis in ihrem Gastbeitrag für die Agentur RIA Novosti. Nur so lasse sich Musks nächstes Vorhaben erklären.

    Elon Musk hat ein neues Spielzeug angekündigt: keine Rakete, keinen Elektro-Truck oder —Flitzer, nein … Das Firmenimperium des US-Milliardärs will einen Flammenwerfer anbieten, für läppische 500 Dollar.

     

    Im kommenden Frühjahr soll die Waffe für den Fall einer „Zombie-Apokalypse“ als „sicherste ihrer Art“ auf den Markt kommen – vorausgesetzt jedoch, dass vorher 50.000 Basecaps mit dem Logo der Boring Company verkauft werden, jener Firma des geistreichen Erfinders Musk, die die Flammenwerfer herstellen soll.

    Man müsse es Musk dem Großen schon lassen, schreibt Alxnis: „Selbst jetzt, wenn ihm ein ganz anderer Wind in der Geschäftswelt ins Gesicht bläst, spielt er seine Spielchen an der Grenze zum Faul munter weiter.“

    Elon Musks Karriere sei in eine neue, für den außenstehenden Beobachter sehr aufregende Phase eingetreten: in eine Phase, in der das auf Sand gebaute Schloss langsam zerfällt.

    „In den 20 Jahren seiner Geschäftskarriere hat Elon Musk sich einen phänomenalen Ruf erworben – die Leitmedien der Welt und die einflussreichsten Menschen unseres Planeten halfen ihm dabei. Was er nicht alles war: genialer Erfinder, glänzender Unternehmer, Visionär, der die Zukunft vorhersagen kann …“

    Offensichtlich aber habe auch dieser Star seinen Zenit überschritten: Mit Elon Musks Geschäften geht es bergab, so die Autorin. Der Wendepunkt sei wohl das vergangene Jahr gewesen. 2017 seien die ersten Anzeichen deutlich geworden, dass der Mainstream den legendären Unternehmer nun  nüchterner betrachtet, schreibt Alxnis.

    Dass Musk und seine Projekte vorher nicht kritisiert worden seien, könne man natürlich nicht sagen. „Kritik gab es – und zwar harte und durchaus begründete“, so Alxnis. Es sei viel geschrieben worden darüber, dass seine größten und wichtigsten Vorhaben pseudowissenschaftlich, abenteuerlich und zum Scheitern verurteilt seien, dass sie ausschließlich mit staatlichen Geldern am Leben gehalten werden könnten, dass Musks Firma nichts anderes als eine Finanz- und PR-Blase sei.

    Ausschnitt aus dem Sci-Fi-Film Terminator
    © Sputnik / Sony Pictures Releasing CIS
    Nur sind diese Texte hauptsächlich abseits des Mainstreams veröffentlicht und deren Autoren des Neids auf das große Genie bezichtigt worden, schreibt die Kommentatorin. Dieser langjährige Trend ist nun gebrochen.

    Auch einflussreiche Medien berichten jetzt über einen anderen Musk, schreibt Alxnis: „Über den finanziellen Alptraum im Unternehmen des US-Milliardärs, über schwerwiegende technische Probleme seiner Firma, über Zweifel hinsichtlich der Umsetzung seiner größten Projekte.“

    Der jüngste Rückschlag mit dem geheimen Spionage-Satelliten „Zuma“ gieße nur noch mehr Öl ins Feuer. Elon Musks Firma SpaceX sollte den kostspieligen Satelliten mit einer Falcon 9 ins Weltall befördern – nun gilt er als verschollen.

    Aber das sei noch nicht das Kernproblem, kämpfen doch alle Weltraumprogramme irgendwann mal mit Schwierigkeiten. Musks Problem sei vielmehr, dass US-Militärs und hochrangige Beamte mit dem Weltraumprogramm des Milliardärs zunehmend unzufrieden seien.

    „Angesichts der offiziell vom Pentagon dokumentierten technischen Verstöße seines Unternehmens sieht die Lage für Musk wirklich alles andere als rosig aus“, so Alxnis. „Musks selbstgefälliges Auftreten dämpfen diese Rückschläge und Probleme jedoch nicht. Als Reaktion auf jede schlechte Nachricht erhöht der Geschäftsmann – seiner Rolle angemessen — einfach die Einsätze.“

    Da ist der autonome Tesla-Truck als Reaktion auf die katastrophalen Quartalszahlen, hier die Ankündigung eines Elektro-Pickups – und ein Foto eines kleinen Autos, das zum Mars geschickt werden soll. Und auch noch das Versprechen, die schwere Trägerrakete Falcon Heavy nicht einfach so starten zu lassen, sondern in Begleitung von David Bowies Hit „Stpace Oddity“. Vor ein paar Tagen folgte erneuter Beifall von Musk-Fans: Der Milliardär gab an, auf sein Salär bei Tesla für die nächsten zehn Jahre verzichten zu wollen.

    „Selbst vor diesem ganzen Hintergrund sieht die Werbung für 50.000 Caps und einen sicheren Flammenwerfer wie eine grobe Übertreibung aus“, schreibt Alxnis. „Ein paar Kunden könnten doch merken, dass man sie aufs Zynischste verspottet. Aber vielleicht finden sich ja auch ein paar, die glauben, auf diese Weise mit Elon Musk gemeinsam die ganze Welt auslachen zu können. 500 Dollar kann man dafür schon mal hinblättern – und wenn nur, um bei dieser Aktion einfach mal dabei sein zu können“, so Alxnis.

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    Tags:
    Flammenwerfer, Star Wars, Apokalypse, Betrug, Kritik, Zombie, US-Trägerrakete Falcon, Falcon, Tesla, SpaceX, Elon Musk, USA