21:24 21 Juli 2018
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    Sri Lanka (Symbolbild)

    Russe schafft sein Tropen-Paradies und präsentiert Rezept eines neuen Lebens

    CC BY 2.0 / Andreas Kretschmer / DreamBeach
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    Viele Menschen wollen an einem anderen Ort dieser Welt leben, vielleicht dort, wo sie sonst nur Urlaub machen. Der Russe Iwan Georgiewski hat seine Wahl getroffen und auf die Alltagsroutine einer Metropole verzichtet. Im Sputnik-Gespräch erzählt der Abenteurer von Schwierigkeiten und Überraschungen, die das Leben auf Sri Lanka mit sich bringt.

    „Sri Lanka ist meine letzte Touristenreise. Vielleicht ist das nicht der beste oder bequemste Ort der Welt, aber momentan verdiene ich hier Geld, habe hier Familie, Freunde und Bekannte. Darüber hinaus ist es hier warm und es gibt Surfing“, so der Russe.

    Georgiewski hatte in den 1990ern zu reisen begonnen, aber damals hatte er  „keine besonderen Reiseziele“. 1994 besuchte er Dubai, wo die Araber „erst begonnen haben, ihr Märchen zu schaffen“.

    Später, in den 2000-er, sei er nach London geflogen und von der allgemeinen Atmosphäre und Stimmung in Europa sehr beeindruckt gewesen. 
    2012 machte der Russe eine Reise nach Indien, Nepal und Sri Lanka. Ihm zufolge ist er während dieser Reise auf die Idee gekommen,  ein Hotel zu bauen, und hat  in diesem Zusammenhang beschlossen, nach Sri Lanka umzuziehen.

    Umzug nach Sri Lanka und Hotelprojekte

    „Eigentlich bin ich im Mai 2013 wegen des Hotelprojekts hierher umgezogen. Zu jener Zeit hatte ich schon Investoren gefunden und angefangen, gegen die sri-lankischen Realität, gegen Beamte und Banditen zu kämpfen“, erinnert sich Georgiewski.

    Nach einem halben Jahr hätten sich aber die Partner zurückgezogen, und dieses Projekt sei aufs Eis gelegt worden. Der Russe musste nun mit Konsultationen und verschiedenen Nebenjobs Geld verdienen.

    2015 sei Georgiewski eingeladen worden, sich an dem Hotelprojekt „Rekawa“ zu beteiligen.

    Dieses Hotel sei innerhalb eines Jahres erbaut worden. Laut dem Russen passierten während der Bauarbeiten mehrere kuriose Zwischenfälle. Das Hauptproblem habe darin bestanden, dass die Bewohner Sri Lankas eine Arbeitskultur hätten, die für einen Europäer ein echter Schock sei.

    „Ich plädiere für einen geplanten und methodischen Aufbau des Arbeitsprozesses. Sollte man bei der Arbeit immer Heldentäte vollbringen müssen, bedeutet das, dass etwas schief geht. Hier  ist sogar der Kauf von Sperrholz eine Heldentat“, so der Russe.

    Das nächste große Projekt sei ein SPA-Komplex in Weligam gewesen, der im Oktober 2017 seinen Betrieb aufgenommen habe. Alle Bauarbeiten habe wiederum Georgiewski geleitet.

    • Iwan Georgiewski
      Iwan Georgiewski
      © Foto : Ivan Georgievskiy
    • Hotelprojekt in Rekawa
      Hotelprojekt in Rekawa
      © Foto : Ivan Georgievskiy
    • Hotelprojekt in Rekawa
      Hotelprojekt in Rekawa
      © Foto : Ivan Georgievskiy
    • Hotelprojekt in Rekawa
      Hotelprojekt in Rekawa
      © Foto : Ivan Georgievskiy
    • Hotelprojekt in Rekawa
      Hotelprojekt in Rekawa
      © Foto : Ivan Georgievskiy
    • SPA-Projekt in Weligam
      SPA-Projekt in Weligam
      © Foto : Ivan Georgievskiy
    • SPA-Projekt in Weligam
      SPA-Projekt in Weligam
      © Foto : Ivan Georgievskiy
    • Iwan Georgiewski auf Sri Lanka
      Iwan Georgiewski auf Sri Lanka
      © Foto : Ivan Georgievskiy
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    © Foto : Ivan Georgievskiy
    Iwan Georgiewski

    Neue Erfahrungen

    Auf Sri Lanka habe  der Russe eine völlig andere Kultur für sich entdeckt. Vor allem habe er feststellen müssen, dass sich Hinduismus hier mit Buddhismus verflochten hat und dass einige seltsame Traditionen  bis heute erhalten geblieben sind  – beispielweise die populäre Tradition des Knackens einer Kokosnuss.

    Eine weitere Entdeckung  sei für Georgiewski  die lokale Infrastruktur gewesen.Das etwa 70 Jahre alte sri-lankische Eisenbahnnetz  sei noch  in den Zeiten der britischer Kolonialherrschaft aufgebaut worden, und seitdem habe sich nichts verändert. Die meisten Menschen würden deswegen mit dem Bus fahren.

    „Busreisen haben hier eine besondere Atmosphäre: Es erklingt lokale Musik, der Fahrer kaut Betelpfeffer, auf eine ziemlich aggressive Weise vertreibt er die Fußgänger und hupt dabei wie eine Lokomotive. Manchmal fährt eine Band mit und man hört Trommelklänge.“ 

    Rückkehr nach Russland?

    Die Frage, ob er ab und zu Heimweh bekomme, hat der Russe mit „Ja“ beantwortet. Aber momentan beabsichtige er nicht zurückzukehren.

    „Mit Verwandten und Freunden aus Russland skype ich. Vielleicht mache ich später eine Reise heimwärts,  aber dauerhaft werde ich dort nicht bleiben“, sagte  Georgiewski.

    Sofja Martjanowa

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    Tags:
    Reise, Umzug, Projekt, Leben, Musik, Sri Lanka, Russland
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