13:42 17 Juli 2018
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    „Weltuntergang“, Wunder oder nichts Besonderes? Superblaue Blutmond-Finsternis

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    Alexander Boos
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    Blutmond, Blauer Mond, Supermond, dazu noch eine Mondfinsternis: Unser nächster Nachbar sorgt derzeit für mächtig Spektakel am Himmel. Sputnik lässt sich von einer Astrophysikerin die drei Mond-Phänomen erklären, die am Mittwoch bis 17 Uhr auftreten. Religiöse Fanatiker sehen vor allem Zeichen für ein drohendes Weltende.

    Gleich drei seltene astronomische Ereignisse treffen am Mittwoch aufeinander: Ein Supermond, eine Blutmondfinsternis und ein „Blauer Moon“. Der Mond färbe sich „nicht blau: Nur rot“. Das stellte Kristin Riebe, Astrophysikerin am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam, im Sputnik-Interview fest: Der „Blaue Mond“ ist nur die Bezeichnung für zwei Vollmondnächte im Monat. Der aktuelle Vollmond ist jedoch ein „Supermond“, weil unser nächster Himmelsnachbar sehr nah an unserem Planeten dran ist. Der rote Blutmond ist ein Licht-Phänomen, hervorgerufen vom galaktischen Zusammenspiel zwischen Sonne, Mond und Erde.

    Sehen Sie spektakuläre Himmels-Bilder

    Allerdings ist das Phänomen am Mittwochnachmittag nur bis 17 Uhr und nur in Nordamerika, Asien und Australien beobachtbar. Dort, wo es nachts ist. In Europa, wo es taghell ist, ist das Phänomen nur teilweise zu sehen. Hierzulande kann der Mond aber per Livestream bestaunt werden. Sputnik übertrug am Mittwochnachmittag spektakuläre Live-Bilder vom Mond und der super-blauen Blutmond-Finsternis.

    Blutroter Mond

    „Blutmond nennt man es, wenn eine totale Mondfinsternis auftaucht und der Mond sich tief rot verfärbt“, erklärte Astro-Expertin Riebe. „Das liegt daran, dass der Mond in den Schatten der Erde tritt und sich dadurch verdunkelt. Das Licht wird dann so gestreut, dass dann nur noch das rote Licht sichtbar ist.“ Wenn der Mond von der Erde gesehen wird, entstehe nur der Eindruck, dass er rötlich wirkt. Das liege daran, dass die Erdatmosphäre einen Großteil des blauen Lichts streut – also ausfiltert – und dann nur noch rote Lichtanteile am Mond ankommen.

    Supermond: „Alle Jubeljahre“

    Der Blutmond kommt Hand in Hand mit einem Supermond: Einem sehr hellen, sehr erdnahen Vollmond. Die Nähe zur Erde sei der Grund, warum der Mond besonders hell erscheint. „Mittwoch haben wir einen sehr schönen Vollmond“, so die Wissenschaftlerin.

    „Weil der Mond zur Zeit relativ nah an der Erde ist. Der Mond bewegt sich auf einer elliptischen Bahn um die Erde und dort gibt es eine Stelle, wo der Mond am nächsten an der Erde ist. Zurzeit ist er wieder an so einer erdnahen Position: Deswegen erscheint der Mond recht groß. Das nennt man auch einen Super-Mond.“

    Die Mondumlaufbahn schwankt. Aufgrund dieser Schwankung kommt der Mond der Erde sehr nah und ist nur noch 360.000 Kilometer vom blauen Planeten entfernt. In der Regel ist er 384.400 Kilometer von uns weg. Wenn der Punkt, an dem Mond und Erdbahn besonders nah beieinander liegen, genau an Vollmond getroffen werde, entsteht der Supermond.

    Der blaue Mond

    Der Begriff „Blauer Mond“ sei lediglich die Bezeichnung für das zweimalige Auftreten einer Vollmondnacht innerhalb eines Monats. Denn: „Im Durchschnitt fällt nur ein Vollmond auf einen Monat.“ Erst Anfang Januar gab es einen prächtigen Supermond zu bestaunen. Das werde auch Auswirkungen auf Ebbe und Flut haben: „Dadurch, dass der Mond relativ nah an der Erde ist, müssen auch die Gezeiten entsprechend reagieren. Sprich: Es wird stärkere Ebbe- und Flut-Phänomene geben.“

    Religiöse Weltuntergangs-Szenarien: Steht Apokalypse bevor?

    Religiöse Fanatiker sehen in solchen Himmelsphänomenen häufig böse Vorzeichen für einen bevorstehen Weltuntergang, für die nahende Apokalypse. Pastor Paul Begley, evangelikaler Christ aus den USA, dichtete sogar einen alten Rock-Song („Bad Moon Rising“) aus dem Jahre 1969 um. In „Blood Moon Rising“ (dt: „Aufstieg des roten Monds“) singt er von nahenden Erdbeben und weiteren apokalyptischen Ereignissen, die unsere Erde bald erschüttern werden. Zumindest seiner Weltanschauung zufolge. Der Mond habe es als Omen angedeutet.

    Nächste Mond-Finsternis: Im Juli

    Dass diese drei Phänomene zusammentreffen, passiert äußerst selten. Zuletzt sei das vor 150 Jahren der Fall gewesen, wie Medien berichten. Andere Teile der Erde hatten zuletzt am 30. Dezember 1982 einen Super-Blau-Blutmond. Das nächste Mal wird es am 31. Januar 2037 soweit sein. In Deutschland kann die nächste Mond-Finsternis am 27. Juli bestaunt werden.

    Das komplette Interview mit Astrophysikerin Dr. Kristin Riebe zum Nachhören:

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    Tags:
    Weltuntergang, Sonnenfinsternis, Weltraum, Mond
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