11:47 19 August 2018
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    Der Luchs ist los! Katze jagt Hund und wird von Frauchen vertrieben

    © Foto : Luchsprojekt Harz/Ole Anders
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    Bei Göttingen hat ein Luchs ein Reh gerissen. Als ein schnüffelnder Hund vorbeikam, griff ihn die Raubkatze an. Nur das beherzte Eingreifen der Besitzerin konnte Schlimmeres verhindern. Im Harz hat die Luchs-Population zugenommen.

    Und das ist auch gut so, wenn man Ole Anders fragt. Er ist Koordinator des Luchsprojektes Harz. Anfang 2000 wurden in dem Mittelgebirge 24 Raubkatzen freigelassen. Inzwischen sind es deutlich mehr. „Wir gehen davon aus, dass es 50 selbständige Luchse gibt, die ohne ihre Mütter leben. Dazu kommen etwa 30 Jungtiere“, erklärt Anders. Die Wiederansiedlung der Luchse im Harz ist ein Gemeinschaftsprojekt des Landes Niedersachsen mit der Landesjägerschaft. Weil die Zahl der Tiere wächst, kommt es gelegentlich zu Begegnungen. Eine solche hätte für einen Hund bei Göttingen neulich fast ein böses Ende genommen.

    Anfang 2000 wurden in dem Mittelgebirge 24 Raubkatzen freigelassen
    © Foto : Luchsprojekt Harz/Ole Anders
    Anfang 2000 wurden in dem Mittelgebirge 24 Raubkatzen freigelassen

    „Ein Luchs hatte an der Feldkante ein Reh gerissen und wollte seine Beute gerade ins Dickicht ziehen. Da kam eine Frau mit ihrem freilaufenden Hund vorbei. Der Luchs erkannte in dem Hund einen Gegenspieler und jagte ihn. Gott sei Dank gab es keinen Kontakt zwischen den beiden. Die Dame ist dann auch tapfer dazwischen gegangen und hat mit geschwungener Hundeleine den Luchs verjagt. Ihr Hund kam mit dem Schrecken davon.“

    Vorfälle wie dieser sind selten, sagt Anders: „In den 18 Jahren, in denen es das Luchsprojekt gibt, ist noch nie etwas passiert.“ Obwohl die Zahl der Raubkatzen steigt, lebt jede für sich in riesigen Revieren. Anders selbst brauchte zwölf Jahre, um seinen ersten Luchs in freier Wildbahn zu sehen. „Da war ich im Auto unterwegs, als ein Tier meinen Weg kreuzte. Ich dachte mir: ‚Das Gesicht kennst Du doch‘, rannte hinterher und schoss noch ein Foto, um die Sichtung zu dokumentieren.“

    Die Raubkatzen werden nach Angaben des Biologen mit 60 Zentimetern Schulterhöhe so groß wie Schäferhunde
    © Foto : Luchsprojekt Harz/Ole Anders
    Die Raubkatzen werden nach Angaben des Biologen mit 60 Zentimetern Schulterhöhe so groß wie Schäferhunde

    Die Raubkatzen werden nach Angaben des Biologen mit 60 Zentimetern Schulterhöhe so groß wie Schäferhunde, sind aber nur halb so schwer. Zu ihrer Beute zählen Rehe, Hirsche, Hasen und Vögel. Manchmal reißen sie Nutztiere wie Schafe oder Ziegen. Allerdings laut Statistik ungleich seltener, als es Wölfe tun.

    Das komplette Interview finden Sie hier:

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    Tags:
    Tierschutz, Kontrolle, Raubkatzen, Luchs, Raubtier, Gefahr, Attacke, Hund, Göttingen, Niedersachsen, Deutschland
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