06:05 25 April 2019
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    Olympisches Dorf in Turin heute

    Olympisches Dorf von Turin: Zwölf Jahre und mehrere Flüchtlingsströme später

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    Das schmucke Turin in Norditalien empfing 2006 die Olympischen Spiele. Eigens dafür wurde in der Stadt eine U-Bahn gebaut – und natürlich auch ein olympisches Dorf für die Athleten aus aller Welt. Heute ist es ein Ghetto, wie das Portal „sports.ru“ berichtet.

    Ein paar Betonblöcke entlang einer Eisenbahntrasse unweit eines Gewerbegebiets – das sei alles, was vom Turiner Olympischen Dorf geblieben ist, schreibt das Portal.

    Die vielen Olympia-Arenas und die Hotels in den Bergen hätten sich auch nach den Winterspielen 2006 bestens entwickelt, heißt es weiter. Das Olympische Dorf habe hingegen lange Zeit leer gestanden. Selbst der damalige Bürgermeister der Stadt, Sergio Chiamparino, hätte eingeräumt, dass es Probleme mit der Weiternutzung des Areals gebe. Schuld daran sei die Weltfinanzkrise.

    Vor fünf Jahren soll mit der ersten Flüchtlingswelle aus Afrika wieder Leben in das ehemalige Olympische Dorf gekommen sein, als Flüchtlinge in einen der Betonbauten einzogen
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    Vor fünf Jahren soll mit der ersten Flüchtlingswelle aus Afrika wieder Leben in das ehemalige Olympische Dorf gekommen sein, als Flüchtlinge in einen der Betonbauten einzogen

    Vor fünf Jahren soll mit der ersten Flüchtlingswelle aus Afrika wieder Leben in das ehemalige Olympische Dorf gekommen sein, als Flüchtlinge in einen der Betonbauten einzogen. Innerhalb weniger Wochen sei die Bevölkerung in jenem Stadtteil um das Fünffache gewachsen.

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    Olympisches Dorf in Turin heute

    Die Migranten hätten einfach nicht gewusst, wohin sie gehen sollen: Einst seien sie nach der Ankunft auf der Insel Lampedusa auf Aufnahmezentren verteilt worden. Doch 2013 habe man dieses staatliche Programm eingestellt, sodass die Menschen von einem Tag auf den nächsten auf der Straße gelandet seien.

    Laut dem Portal fanden sie im Olympischen Dorf nicht nur ein neues Zuhause, sondern noch mehr: Das Dorf war für die Flüchtlinge ein Protestsymbol. Im Januar 2015 habe die Stadtverwaltung eine polizeiliche Räumung und Umsiedelung der Flüchtlinge angeordnet.

    Im Januar 2015 habe die Stadtverwaltung eine polizeiliche Räumung und Umsiedelung der Flüchtlinge angeordnet.
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    Im Januar 2015 habe die Stadtverwaltung eine polizeiliche Räumung und Umsiedelung der Flüchtlinge angeordnet.

    Erst im November letzten Jahres sei diese Maßnahme beendet worden. Die Flüchtlinge sollen auf kirchliche Unterkünfte verteilt worden sein. Polizeikräfte, Rettungsdienste und das italienische Rote Kreuz hätten sich an der Umsiedlung beteiligt. Nun soll das Olympische Dorf bis 2020 abgerissen werden – vorausgesetzt die Migranten haben bis dahin eine dauerhafte, menschenwürdige Bleibe gefunden.

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    Räumen, Olympia, illegal, Ghetto, Unterkunft, Olympische Dorf, Polizeieinsatz, Migrationskrise, Flüchtlingskrise, Turin, Italien