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    Künstliche Intelligenz (Symbolbild)

    Gefahren und Chancen künstlicher Intelligenz – Justizministerium prophezeit Unfälle

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    Paul Linke
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    Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) und der Digitalverband Bitkom e.V. haben anlässlich des Safer Internet Day 2018 am Dienstag die Konferenz „Künstliche Intelligenz: Dein Freund und Helfer?“ veranstaltet. Der Staatssekretär im Ministerium Gerd Billen warnt vor Unfällen und Diskriminierung durch Künstliche Intelligenz.

    Die Künstliche Intelligenz (KI) gewinnt im Alltag mehr und mehr an Bedeutung. Eine aktuelle Umfrage des Bitkom e.V. zeigt, dass 41 Prozent der Bevölkerung die KI eher kritisch bewerten und darin eine Gefahr sehen. Die Mehrheit (55 Prozent) sei allerdings gegenüber einer solchen Technologie offen eingestellt.

    Anlässlich des Safer Internet Day 2018 haben das Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) und der Digitalverband Bitkom e.V. am Dienstag die Konferenz „Künstliche Intelligenz – Dein Freund und Helfer?“ veranstaltet. Dort wurden die Chancen und Risiken der KI-Technologien für die Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und erörtert.

    Politik und Wirtschaft seien gefordert, Szenarien zu entwickeln, wie künstliche Intelligenz zum wirtschaftlichen Fortschritt beitragen und dem Allgemeinwohl dienen könne, fordert Bitkom-Präsident Achim Berg: „Flankierend müssen wir Mechanismen erarbeiten, die einen möglichen Missbrauch dieser Technologie im besten Fall ganz ausschließen oder auf ein absolutes Minimum reduzieren.“

    „Diskriminierung durch Künstliche Intelligenz“

    Die Bundesregierung stehe der KI offen gegenüber, sagte Gerd Billen, Staatssekretär im BMJV, gegenüber Sputnik. „Anstatt zu bremsen, wollen wir fördern und verstehen. Dabei ist es unsere Aufgabe, die Auswirkungen auf den Menschen vom ersten Schritt an mitzudenken“, so Billen. Der Verbraucherschützer sieht das Gefahrenpotenzial im Bereich der Diskriminierung:

    „Also wenn Verbraucher keine Kredite mehr kriegen, weil sie in einer Straße wohnen, die einen schlechten Ruf hat. Oder wenn sie ihre Reisen von einem Apple-Gerät aus buchen und nicht mit einem Android-Gerät.“ Deswegen müsse die KI in einer Weise entwickelt werden, dass beispielsweise Diskriminierung im Geschäftsverkehr ausgeschlossen werde, betont der Staatssekretär.

    Es gebe zwar bestehende Gesetze und Rechte, die eingehalten werden müssen. „Aber wir sind in einer Phase, wo mit der künstlichen Intelligenz, mit Maschinen, die viel mehr können als in der Vergangenheit, etwas Neues auf uns zukommt.“ Diese neue Technologie werde unweigerlich zu Unfällen und Fehlern führen, sagte Billen: „Wir müssen uns dem stellen und daraus lernen. Wir sind sehr offen für eine Diskussion über die Vor- und Nachteile, über die Chancen, Kosten und den Nutzen einer solchen Technologie. Deswegen wollen wir nichts vorlegen, was diese Probleme löst, sondern mit den anderen Beteiligten eine Diskussion führen, weil das zu besseren Ergebnissen führt.“

    Deutschland führend bei KI – neben China, Russland und den USA

    1008 Personen wurden für die Bitkom-Studie befragt. Immerhin 69 Prozent der Befragten können sich vorstellen, bei bestimmten Entscheidungen auf KI-Empfehlungen zurückzugreifen. Daneben sind drei Viertel der Bundesbürger (76 Prozent) überzeugt davon, dass KI den Alltag in Zukunft sehr erleichtern wird. Vor allem für die Forschung und Wissenschaft werden große Vorteile gesehen.

    72 Prozent gehen davon aus, dass die KI-Technologien hier für Durchbrüche sorgen werden. Gerade ein rohstoffarmes Land wie Deutschland habe bei dem Thema Digitalisierung und KI immense Chancen. Zusammen mit den USA, Russland und China sei Deutschland führend auf dem Forschungsgebiet der künstlichen Intelligenz. Diesen Vorsprung dürfe man nicht durch falsche Vermarktungsstrategien verspielen, warnte Achim Berg.

    Das komplette Interview mit Gerd Billen (BMJV) zum Nachhören:

    Das Statement von Achim Berg (Bitkom e.V.) zum Nachhören:

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    Tags:
    Kritik, Leben, Erleichterung, Forschung, Wissenschaft, Umfrage, künstliche Intelligenz, Justizministerium, Deutschland