23:14 21 April 2018
SNA Radio
    Russisches Kampflugzeug Su-25 (Archivbild)

    Su-25-Abschuss in Syrien: Pilot des zweiten Jets schildert die letzten Augenblicke

    © Sputnik / Witaliy Ankow
    Panorama
    Zum Kurzlink
    Russischer Su-25-Kampfjet in Idlib abgeschossen (17)
    0 49214

    Der Pilot der zweiten Su-25 in der von Kommandeur Roman Filipow geführten Kampfflugzeugkette hat Details über den Kampf gegen die Terroristen erzählt, in dem Major Filipow ums Leben gekommen ist. Darüber schreibt am Mittwoch die Zeitung des Verteidigungsministeriums „Krasnaja Swesda“.

    „Seine Stimme war fest, als ich ihn warnte: ‚Auf dich wird gezielt! Zieh weg! Längsneigung, Längsneigung! Manövriere!“, erzählte der Pilot. Ihm zufolge hat Filipow ruhig gesagt: „Ich bin getroffen … Gut getroffen … Brand im rechten (Triebwerk – Anm. d. Red.) … Ich ziehe nach Süden … Auch das linke steht … Rufe den PSO (den Such-und Rettungstrupp – Anm. d. Red.).“

    „Dann folgten die letzten Worte: ‚Steig in die Wolken auf‘“, ergänzte der von Filipow geführte Pilot. „Natürlich habe ich (die Maschine – Anm. d. Red.) nicht hochgezogen. Den Kommandeur im Stich zu lassen, ist wohl das Letzte“, betonte der Offizier.

    Wie er ferner erläuterte, ist das Abfliegen der Deeskalationszone Idlib eine gewöhnliche, aber eine Kampfaufgabe. In den Gebieten, die von den Kämpfern der Terrormiliz Dschabhat an-Nusra kontrolliert würden, gebe es regelmäßig chaotisches Schießen aus Minenwerfern und Schützenwaffen. Es sei ein Kampfeinsatz gewesen.

    „Als die tragbare Flugabwehrrakete die Maschine des Kommandeurs getroffen hatte, waren alle Zweifel verworfen. Ich habe den Kommandeur in der Luft stets gedeckt, das musste ich auch am Boden tun, als er den Kampf schon aufgenommen hatte. Ich blieb in dem Raum und unternahm mehrere Angriffe — gegen die Fahrzeuge, die sich dem Olivenhain näherten, wo sich Roman befand. Ich habe zwei Autos vernichtet“, erklärte der Pilot.

    Zugleich habe er der Befehlsstelle die Koordinaten gemeldet und den Such- und Rettungstrupp angefordert. „Die Stelle, wo der Kommandeur gelandet war, habe ich gesehen, den Kampf selbst nicht, es war in der Dämmerung … Ich musste mit einer Havarie-Treibstoffreserve, die nur bis zum Flugplatz reichte, abdrehen“, schloss der Offizier.

    Der letzte Kampf

    Der Su-25-Kampfjet von Filipow wurde am 3. Februar beim Abfliegen der Deeskalationszone Idlib abgeschossen. Bis zuletzt versuchte der Offizier, das Flugzeug in der Luft zu halten, er schaffte es, dem Kommando den Raketenangriff zu melden. Filipow katapultierte sich, lieferte den Terroristen am Boden einen ungleichen Kampf und sprengte sich schließlich mit einer Handgranate in die Luft.

    Der Leichnam des Majors konnte dank den Handlungen der russischen Militäraufklärung und des türkischen Militärs evakuiert und in die Heimat gebracht werden. Am 8. Februar soll Roman Filipow mit allen militärischen Ehren in Woronesh beigesetzt werde. Dem Piloten wurde posthum der höchste Ehrentitel „Held der Russischen Föderation“ verliehen. Er hat eine Frau und eine vierjährige Tochter hinterlassen.

    Themen:
    Russischer Su-25-Kampfjet in Idlib abgeschossen (17)

    Zum Thema:

    Abschuss russischer Su-25 in Idlib sabotiert Astana-Prozess – Türkei-Experten
    Nach Su-25-Abschuss: Russland bittet Türkei um Hilfe bei Erhalt von Wrackteilen
    „Ein wahrer Soldat“: Was Leser über Tod des Su-25-Piloten in Syrien sagen
    Su-25-Abschuss: Rakete könnte aus Ukraine stammen – Geheimdienstveteran
    Tags:
    Heldentum, Deeskalationszonen, Kampfjet, Terroristen, Pilot, Abschuss, Tod, Su-25, Idlib, Syrien, Russland