17:39 17 Oktober 2018
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    Polizei in Berlin

    Nichts gelernt? Berliner Polizei lässt islamistischen Gefährder laufen

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    Die Berliner Polizei hat nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) einen islamistischen Gefährder nach der Festnahme wieder laufen lassen. Der Fall erinnere an den Berliner Attentäter Anis Amri.

    Mitte Dezember sollen laut rbb Zivilbeamte der Berliner Polizei einen islamistischen Gefährder bei einem Drogendeal gefasst haben. Später hätten sie den Tunesier Fathi Ben M. aber wieder freigelassen.

    Der Mann sei an der Warschauer Brücke festgenommen worden – genau dort, wo früher auch der Attentäter Anis Amri Drogen verkauft habe.

    Auch diesmal handle es sich um einen abgelehnten Asylbewerber, der mehrere Scheinidentitäten gehabt habe. Der Tunesier habe sich in den Wochen vor seiner Festnahme vor der Abschiebung gedrückt und sei untergetaucht.

    Die Ermittler wussten nach Informationen von rbb genau, wen sie gefasst hatten. Von dem Mann seien elektronisch Fingerabdrücke genommen und in den Datenbanken der Polizei abgeglichen worden.

    Die Polizei wollte den Vorfall gegenüber rbb zunächst nicht kommentieren. Es seien Zuständigkeiten auch anderer Sicherheitsbehörden berührt, hieß es.

    Der Vorsitzende des Amri-Untersuchungsausschusses, Burkhard Dregger (CDU), zeigte sich verwundert: „Ich bin schon sehr verwundert, dass ein islamistischer Gefährder, der 18 Identitäten missbraucht und für den Passersatzdokumente zum Zwecke der Abschiebung vorliegen, bei einer polizeilichen Maßnahme nicht festgesetzt wird und nicht in Sicherungshaft genommen wird, obwohl im Grunde alle Voraussetzungen vorliegen“, zitiert ihn rbb.

    Am 19. Dezember 2016 steuerte Anis Amri seinen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz. Zwölf Menschen starben, 66 wurden verletzt.

     

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    Tags:
    Gefährder, Attentäter, Anis Amri, Berlin, Deutschland