21:14 21 April 2018
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    Tierquälerei oder normale Sitten? Foto sorgt für Mega-Shitstorm im russischen Netz

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    Ein Blogger reist in die russische Region Jakutien, wo heftige Minustemperaturen – bis 50 oder 60 Grad Celsius – im Winter ganz normal sind, und erhält von den örtlichen Gastempfängern traditionelle Wolfspelze zum Aufwärmen. Das Foto von dieser Kleidung auf Instagram sorgt für harsche Diskussionen. Ob das gerecht ist?

     

    Coolest monkey in the jungle

    Публикация от Ilya Varlamov (@varlamov) Фев 4, 2018 в 11:46 PST

     

    Der russische Blogger Ilja Varlamov, der das Foto in seinen sozialen Netzen postete, hat eindeutig nicht mit solchen Reaktionen gerechnet. Viele Internetuser warfen dem Blogger Tierquälerei vor und rieten ihm, spezielle touristische Kleidung für Winterreisen zu kaufen.

    Traditionen gegen heftigen Frost

    „Für diejenigen, die es nicht wissen, möchte ich erinnern, dass Minus-50-Temperaturen für Jakutien Alltag sind. Genau in Jakutien befindet sich der Kältepol der nördlichen Erdhalbkugel. Trotzdem hat man nicht Polarjacken im Wert von 200.000 Rubel (umgerechnet fast 3.000 Euro) für alle hier geliefert“, erläutert Varlamov seinerseits in seinem Livejournal.

    „Und was die Jagd angeht, so ist das die traditionelle Tätigkeit vieler sibirischen Völker. Genauso gut sind die Pelze eine traditionelle Kleidung. Ich und Wernik (anscheinend ein Freund und Mitreisender des Bloggers – Anm. d. Red.) tragen die Pelze nicht auf Podiums in Paris, um für die Tötung von Tieren zu werben. Wir tragen jakutische Pelze in Jakutien, um nicht einzufrieren“, schloss der Blogger.

    Dürfen Hunde arbeiten?

    Ein weiterer Punkt für Attacken gegen Varlamov war, dass er sich eine Fahrt auf einem Schlitten gönnte, der von Laika-Hunden gezogen wurde. Dem Blogger zufolge ist das ebenfalls etwas ganze Traditionelles in der russischen Region. Unter anderem forderten solche Hunde täglich körperliche Belastung, um ihre gute Gesundheit zu bewahren.

    Meinungsumfrage statt Diskussionen

    Varlamov selbst wolle bei alledem keine Diskussionen mit denjenigen führen, die ihm Tierquälerei vorwerfen. Stattdessen postete der Autor zwei Umfragen zu beiden Themen. Wie diese zeigen, sehen die allermeisten seiner Leser ebenfalls, wie er selbst, in diesem Fall keine Quälerei von Tieren.

    Die große Frage

    Menschen, die Pelze tragen, werden oft von Tierschutzaktivisten angegriffen, manchmal in Form von Protesten, manchmal auf radikale Weise oder durch verbale Angriffe im Netz und im realen Leben.

    Das „andere Lager“ sieht sich dabei als Opfer. Wer Recht in diesem großen Debakel hat, bleibt natürlich die große Frage. Sicherlich müssen in einer modernen Welt zumindest unter Bedingungen städtischen Lebens, keine Tiere getötet werden, um Pelzkleidung herzustellen.

    Was bestimmte Regionen wie Jakutien betrifft, ist das Thema jedoch anscheinend nicht so einfach. Erstens ist dort das Tragen von Pelzen eine langjährige Tradition. Zweitens hängt diese Tradition vor allem mit den extremen Wetterbedingungen in der Region zusammen. Ob solche örtlichen Traditionen nun ein guter Grund für massenhafte Kritik sind?

    Vitaly Goldenberg

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    Tags:
    Pelz, Tierquälerei, Internet, Jakutien, Russland
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