06:49 20 Februar 2018
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    Schaf vor dem Brandenburger Tor in Berlin (Archivbild)

    Schaf aus Berliner Streichelzoo gestohlen und geschlachtet

    © AFP 2018/ John Macdougall
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    Bolle Selke
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    Im Berliner Stadtteil Neukölln haben Unbekannte Ende Januar zwei Schafe über einen Zaun geworfen und ein trächtiges Tier geschlachtet. Die Berliner Polizei hat noch keine Tatverdächtigen. Das Erschrecken über die Tat in der Bevölkerung ist groß, heißt es. Bürger wollen für neue Schafe spenden.

    Als ein „kleines Juwel besonders für Kinder“ beschreibt die Homepage des Tierparks Neukölln den kleinen Zoo. Schafe, Hühner, Ziegen sowie Damwild oder grazile Weißstörche seien dort zu bestaunen. Auch Haustiere aus aller Welt wie Esel aus dem Mittelmeerraum und nichtspuckende Lamas gibt es dort. Der Eintritt ist kostenlos.

    Nun wurde das Landidyll mitten in der Stadt von einem blutigen Verbrechen heimgesucht. Unbekannte schlachteten Ende Januar ein Schaf aus dem Streichelzoo. Das trächtige Tier gehörte zu einer kleinen Herde der ostfriesischen Milchschafe. Zwei Tierpfleger fanden die Überreste des Muttertieres und das Tochtertier unweit des Tierparks im Park Hasenheide.

    „Der Tierpark Neukölln ist eine Institution in der Hasenheide“, sagte Ursula Laumann, Sprecherin der Union Sozialer Einrichtungen (USE), gegenüber Sputnik. „Ein kleiner öffentlich zugänglicher Tierpark mit ganz normalen Haustieren, so dass Kinder und alle Neuköllner Bürger in Kontakt mit Tieren kommen können.“ Die Organisation betreibt die Einrichtung. Laumann berichtete: „Die Schafe lassen sich streicheln und anfassen, man kann aber auch eine Führung bei uns buchen, zum Thema: Von der Wolle zur Kleidung. Bei Kindergeburtstagen darf man in Gatter gehen und die Schafe füttern.“

    Die USE-Sprecherin beschrieb die blutige Szenerie Ende Januar gegenüber Sputnik so: „Das noch lebende Tier war verstört. Schafe sind nachtblind, deswegen ist es dort an dem Ort stehen geblieben. Das ältere, trächtige Tier ist tatsächlich getötet worden – fachmännisch vor Ort geschlachtet. Es wurden nur noch die Überreste des  Tieres gefunden.  Die beiden Tiere müssen über den zwei Meter hohen Zaun geworfen oder transportiert worden sein.“

    Die Neuköllner Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) postete zu dem Vorfall auf Facebook:

    Die Polizei hat noch keine Tatverdächtigen. Bisher ist nur bekannt, dass saubere, kundige Schnitte bei dem getöteten Tier gesetzt worden seine. Alles deute auf eine professionelle Schlachtung hin. Weshalb die Täter das Jungtier „Emma“ verschonten, ist unklar. Möglicherweise fühlten sie sich von anderen nächtlichen Parkbesuchern gestört, so die Polizei kurz nach der Tat.

    Die Anteilnahme war nach dem Vorfall groß, berichtete Laumann: „Ganz viele Bürger haben sich bei uns gemeldet und den Vorfall bedauert. Wir haben auch schon Angebote für neue Schafe aus verschiedenen Quellen bekommen. Wir werden Ersatz bekommen und zwar gespendet.“

    Nun soll die alte Überwachungskamera erneut werden. Wer dem Park spenden zukommen lassen will, kann dies hier online machen.

    Das komplette Interview mit USE-Sprecherin Ursula Laumann zum Nachhören:

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    Tags:
    Schlachtung, Streichelzoo, Schafe, Tierpark, SPD, Ursula Laumann, Franziska Giffey, Hasenheide, Neukölln, Berlin, Deutschland
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