05:51 22 Februar 2018
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    Eisberg in Antarktis, Larsen C

    120.000 Jahre ohne Licht: Forscher untersuchen „verlorene Welt“ unter Eisschelf

    © Foto: NASA
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    Ein Forscherteam unter der Leitung des britischen Polarforschungsprogramms (British Antarctic Survey) ist am Mittwoch aufgebrochen, um das mysteriöse Meeresökosystem zu erforschen, das über 120.000 Jahre lang unter dem antarktischen Schelfeis verborgen lag und im Sommer 2017 freigelegt wurde. Das Forschungsmagazin „Science Alert“ berichtet.

    Im Juli 2017 brach ein gigantisches, rund 6000 Quadratmeter großes Stück – genannt A68 – vom antarktischen Larsen-C-Schelf ab und legte einen Bereich des Meeresbodens frei. 120.000 Jahre lang soll dieser komplett isoliert und vom Licht abgeschnitten gewesen sein. Der Eisbrocken driftet allmählich in den Ozean. Die Wissenschaftler wollen nun in einem Wettlauf gegen die Zeit das bislang unzugängliche Ökosystem erforschen, ehe die Bedingungen der Umgebung zu seinem Verschwinden führen.

    Wie das Portal schreibt, plant das Forscherteam im Zuge seiner dreiwöchigen Expedition, die in diesem System womöglich lebenden Kreaturen zu beschreiben sowie Proben von den Mikroorganismen und dem Plankton sowie des Gesteins- und Meerwassermusters zu entnehmen. Anhand von Daten vom Satelliten-Monitoring  sollen die Ozeanforscher den Weg zu dem maritimen Ökosystem finden.

    Larsen ist der nördlichste der noch erhaltenen Eisschelfe der Antarktis. Sein Zerfall wird von zahlreichen Wissenschaftlern beobachtet. Im Jahr 2002 wurde ein Teil des Eisschelfs Larsen B zerstört, der der Fläche nach mit dem Territorium der US-Insel Long Island vergleichbar ist. Den Forschern zufolge wird der Abbruch von A-68 die Schmelzung von Larsen beschleunigen.

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    Tags:
    Mikroorganismen, Gesteinmuster, Eisschelf, Larsen-C-Gletscher, US-Fachblatt "Science Alert", Großbritannien, Antarktis