17:54 17 Juli 2018
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    In einer katholischen Kirche (Symbolbild)

    Österreichischer Ex-Bischof vergleicht homosexuelle Beziehungen mit KZ und Mafia

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    Mit einem Vergleich zum Thema homosexuelle Beziehungen hat der österreichische Ex-Weihbischof Andreas Laun selbst in der katholischen Kirche für Aufsehen gesorgt. Er sprach sich mit scharfen Worten gegen die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare aus.

    Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hatte zuvor die Segnung homosexueller Paare in Aussicht gestellt. Im Einzelfall solle eine Segnung homosexueller Paare möglich sein. „Ich sehe da eigentlich keine Probleme“, sagte Marx.

    An dieser Äußerung nahm jedoch Andreas Laun, ehemals Weihbischof in Salzburg, der seit Oktober 2017 im Ruhestand ist, Anstoß. Mit seinem Kommentar sorgte der Geistliche aber regelrecht für Stirnrunzeln.

    „Lieber Kardinal Marx und lieber Bischof Rode, es gibt nur eine katholische Antwort: Nein! Und eure Zufügung 'im Einzelfall' ist absolut wertlos, hat keine argumentative Kraft“, schrieb Laun auf dem Portal kath.net. Den Segen Gottes könne man zwar nicht nur für Menschen, sondern auch für Gegenstände und Handlungen erbitten. Nicht aber für die Sünde selbst.

    Und weiter: „Also könnte man kein Bordell einweihen, kein KZ oder Waffen segnen, die nicht ausschließlich zur Jagd oder zur legitimen Verteidigung bestimmt sind.“ Darum sei klar, dass man keine Verbindung segnen dürfe, die sündhaft sei. Genauso wie man keinen Segen „für die Mafia“ oder „für Vereinigungen oder Einrichtungen“ geben dürfe, die Abtreibung fördern und durchführen oder „glaubensfeindliche Ideologien verbreiten, antisemitische Inhalte und andere Formen rassenfeindlichen Denkens.“

    Dass Laun eine homosexuelle Beziehung mit einem KZ verglich, löste auch innerhalb der katholischen Kirche Empörung aus. Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn kritisierte Laun per Twitter, weil dieser gleichgeschlechtliche Beziehungen in einem Atemzug mit der Mafia oder KZs genannt habe. „So zu reden ist inakzeptabel“, rügte Schönborn.

    Laun soll auch früher mit ähnlichen Erklärungen aufgefallen sein. So hatte er vor einigen Jahren laut „Spiegel Online“ vor einer „Homosexualisierung der Gesellschaft“ gewarnt und erklärt, diese „Neigung“ sei „heilbar“. Schwule und Lesben soll er zudem einmal „gestörte Männer und Frauen“ genannt haben.

    Gegenüber dem „Spiegel“ behauptete der Geistliche nun, er habe niemanden verletzen wollen. Die hysterische Reaktion sei ihm deshalb unverständlich: Er habe bloß die Position der katholischen Kirche ausgesprochen.

    „Ich missachte keinen Menschen, der homosexuelle Neigungen hat. Diese Menschen können ja auch die Heilige Messe besuchen und gesegnet werden.“ Er sei aber gegen die Segnung der Sünde der homosexuellen Partnerschaft.

     

    Tags:
    Katholiken, KZ, Mafia, Vergleich, Homosexualität, Katholische Kirche, Österreich
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