Widgets Magazine
22:21 16 Juli 2019
SNA Radio
    Bier (Symbolbild)

    Heute mal auf’s Bier verzichten? - Die Wissenschaft sorgt für schlechtes Gewissen

    CC0
    Panorama
    Zum Kurzlink
    31619

    Wissenschaftler erforschen weiterhin die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens und des Alkoholkonsums. Manchmal ziehen sie ganz unerwartete Schlussfolgerungen, wie die Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ auf ihrer Webseite schreibt.

    Die „Bier-Sucht“ zählt nach Einschätzung zahlreicher Drogenärzte zu den ernsthaftesten Abhängigkeiten. In der Regel wird Bier ja in Gesellschaft, in entspannter Atmosphäre getrunken – und daher auch oft unkontrolliert. Ein-zwei Bier, ja und? „Ich fühle mich nicht betrunken, es geht mir ganz gut“, ist dann oft zu hören.

    Wissenschaftler von der Oxford University haben im Rahmen einer Studie die Reaktionsgeschwindigkeit von 13.000 Menschen im Alter von 40 bis 72 Jahren jeweils vor und nach einem Bier untersucht.

    Sogar ein Drittel eines Pints (110-120 Gramm) soll schon die kognitiven Fähigkeiten beeinflussen, sprich die Reaktionsgeschwindigkeit verlangsamen und die Aufmerksamkeit verringern. Je älter die Forschungsteilnehmer waren, desto schlechter fielen demnach die Tests nach dem Alkoholkonsum aus.

    Wodka
    © Sputnik / Aleksei Kudenko
    Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass lediglich zehn Gramm reinen Alkohols (etwa so viel ist in einem Drittel eines Pints enthalten) bereits das Gehirn beeinflussen, und zwar seine Funktionen bremsen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine maximale tägliche Alkoholmenge von 30 Gramm bei Männern (etwa ein halber Liter Bier) und 20 Gramm bei Frauen (0,33 Liter Bier).

    Zuvor hatten Wissenschaftler von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg herausgefunden, dass der Bier-Inhaltsstoff Hordenin ähnlich wie der als „Glückshormon“ bekannte Neutransmitter Dopamin wirkt und das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert. Der Stoff soll so zum stimmungssteigenden Effekt von Bier beitragen.

    Wie der russische Drogenarzt Alexej Magalif gegenüber dem Blatt erläuterte, ist die Bier-Abhängigkeit tatsächlich eine der gefährlichsten. Erstens leugnet sie laut ihm der Mensch schnell: Es handle sich nicht um Alkoholismus, es seien ja nur zwei-drei Bier pro Tag, heißt es dann beispielsweise. Zweitens gehe es oft um keine physische, sondern eher um eine psychologische Abhängigkeit. Besonders Männer verbinden Magalif zufolge Alkoholkonsum mit ihrem gesellschaftlichen Umfeld, mit Courage und Heiterkeit. Und drittens sei Bier einfach überall zu erhalten, selbst an Imbissständen und Raststätten. Jemandem den Bierkonsum abzugewöhnen, gestalte sich daher äußerst schwierig.

    Übrigens: Stechmücken bevorzugen Bier-Freunde.

    Laut japanischen Wissenschaftlern stechen Mücken  viel öfter Menschen, die mindestens einen halben Liter Bier intus haben. Wenn mehr, dann sollen die Blutsauger noch aktiver sein.

    Die Forscher haben bei den von den Mücken bevorzugten Menschen die Körpertemperatur und den Ethanol-Index im Blut gemessen und sind anschließend zu diesem Schluss gekommen. Allerdings konnten sie nicht erklären, warum die Blutsauger lieber Bier als Whisky oder Wodka mögen. Tatsache bleibt Tatsache: Mehr Bier im Freien, mehr Mückenstiche.

    Traubensaft – geheimes Wundermittel?

    Dass Rauchen der Gesundheit schadet, gilt als bewiesen. Durch den Zigarettenkonsum steigt unter anderem das Risiko für die Entstehung einer Vasosklerose (Arterienverkalkung). Dagegen können etwa Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) helfen, die die Oxidationsprozesse verringern und die Reinigung von verstopften Gefäßen fördern – eine gute Prophylaxe gegen Herz- und Gefäßerkrankungen. Vor allem Obst und Gemüse sollen viel Flavonoide enthalten. Wie eine aktuelle Studie amerikanischer und griechischer Wissenschaftler zeigt, enthält gerade Traubensaft besonders viele Flavonoide, der eben dadurch das Risiko der Thromben-Bildung verringert, die Bioverfügbarkeit des für die Gefäße nötigen Stickstoffoxids erhöht und die Funktionen des sogenannten Endothel, des Gewebes, das die Blutgefäße von innen auskleidet, verbessert.

    Zu diesen Erkenntnissen kamen die Forscher anhand einer Studie unter Teilnahme von Menschen, die seit mindestens fünf Jahren rauchten (durchschnittlich zwei Packungen pro Tag). Die Testpersonen mussten im Laufe von zwei Wochen täglich 250 Milliliter Traubensaft trinken. Anschließend wurden ihre Blutwerte vor und nach den Tests verglichen.

    Laut den Wissenschaftlern hatten sich bei allen Forschungsteilnehmern die Blutwerte verbessert. Es sollen bedeutend weniger Kennzeichen für Entzündungsprozesse im Organismus erkennbar gewesen sein als vor dem Experiment.

    Außerdem empfohlen sie allen Rauchern, täglich ein Glas Orangensaft zu trinken oder zwei Orangen zu essen, da der Zigarettenkonsum den Zerfall von Vitamin C fördere.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Cousin schwedischen Königs will Krim-Wein auf EU-Märkte bringen
    Diesen Wein trank Jesus zum Letzten Abendmahl – US-Studie
    „Schlimm wie Rauchen“: So viele Menschen sterben in Deutschland an schlechter Luft
    Neue Anti-Rauchen-Maßnahmen in USA angekündigt: Tabakhersteller erleiden Aktiencrash
    Tags:
    Fast-Food, Dopamin, Pinte, Alkoholsucht, Bier, Gefäße, Herzerkrankung, Traubensaft, Gewohnheit, Erlangen-Nürnberg-Universität, Oxford - Universität, Alexej Magalif, Nürnberg, Erlangen, Großbritannien, Deutschland