07:48 19 November 2018
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    KGB-Agentenring funktioniert immer noch: Oberst verrät FSB-Methoden

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    Der FSB-Oberst außer Dienst Alexander Gussak hat in einem Interview mit Sputnik auseinandergesetzt, wie sich die Taktik des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB bei der Terrorbekämpfung in den zurückliegenden Jahrzehnten geändert hat, und einige Methoden des Geheimdienstes verraten.

    Ende Dezember hatte der russische Präsident Wladimir Putin mitgeteilt, dass in Russland im letzten Jahr mehr als 60 Terroranschläge vereitelt worden waren. Im Mai 2017 hatte der Vizechef des Apparats des Nationalen Anti-Terror-Komitees, Alexej Kowaljow, geäußert, die Anzahl von Terroranschlägen sei in den fünf zurückliegenden Jahren in Russland um mehr als das Zehnfache zurückgegangen.

    Auch der Oberst außer Dienst Alexander Gussak, der die Anti-Terror-Abteilung des FSB geleitet hat, betonte im Interview mit Sputnik, der FSB arbeite in den letzten Jahren im Bereich der Unterbindung von Terroraktivitäten wesentlich besser.

    Ein solches Ergebnis habe der russische Sicherheitsdienst mit Hilfe seines Agentennetzes erreicht, das er von seinem sowjetischen Vorgänger KGB geerbt habe. Die Agenten werden in illegale Gruppierungen eingeschleust. Dadurch seien Dutzende Terroranschläge in Moskau bereits in der Vorbereitungsphase verhindert worden, betonte Gussak.

    Noch in den 90er Jahren oder Anfang der Nulljahre sei die Anzahl von Terroranschlägen deutlich höher gewesen: Damals seien bei Anschlägen Hunderte Menschen getötet worden. Dies war laut Gussak auf die damalige instabile Situation in Tschetschenien zurückzuführen.

    „Eine überwiegende Mehrheit der Menschen, die die Terroranschläge organisiert und verübt haben, bekannte sich zu radikalen Strömungen im Islam und stammte aus Tschetschenien", so Gussak. Den Abwärtstrend in der Anzahl von Terrorakten verbindet er unter anderem auch mit der Tätigkeit der Regierung von Ramsan Kadyrow in der Teilrepublik, der „jegliche Formen von Separatismus unterdrückt".

    In den 90er Jahren sei die physische Vernichtung von Terroristen das Hauptziel gewesen, aber „wie viele Köpfe man einer Hydra auch abhaut, es werden immer neue wachsen". Deshalb werde heutzutage bei der Terrorismusbekämpfung eine relativ neue Taktik verwendet, bei der die Agenten des Sicherheitsdienstes eine besondere Rolle spielen würden.

     „Als es zu schrecklichen Terroranschlägen in Wolgograd kam, warf ich die Frage auf, warum wir niemanden unter den ‚Schwarzen Witwen‘ gehabt hatten, in der Organisation also, die diese Sprengungen durchführte."

    Nach seiner Erkenntnis werde jetzt ein ganzes Agentennetz gegen Terroristen eingesetzt, sagte Gussak: „Nun wird so gearbeitet, dass Terroristen bereits in den frühesten Phasen, noch in der Phase der Absicht auf die Verübung eines Verbrechens verzichten."

    „Eine eingeschleuste Person handelt nicht einen Tag oder eine Woche lang, sie handelt im Laufe von mehreren Monaten und betreibt umsichtig ihre Politik, die eine potentiell gefährliche Gruppe zersetzt."

    Einige FSB-Mitarbeiter nehmen den Islam an und verfolgen die potentiell gefährlichen Gruppen innerhalb der moslemischen Gemeinschaft, sagte er. Zudem würden FSB-Beamte auch mit den islamischen Geistlichen „Seite an Seite" arbeiten.

    Außerdem sei es der technische Fortschritt, der die Arbeit des Inlandsgeheimdienstes erleichtert und die Schaffung einer umfassenden Datenbasis von verdächtigten Personen ermöglicht habe. Allerdings könne kein Fortschritt mit dem Mut des Menschen verglichen werden, sagte Gussak abschließend.

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    Tags:
    Agenten, Terrorbekämpfung, Netz, FSB, KGB, Ramsan Kadyrow, Tschetschenien, Russland