14:43 24 April 2018
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    Glasscherben (Symbolbild)

    Scherben bringen Glück: Glaser wirbt mit Splitter-Video um Azubis und landet Hit

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    Panorama
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    Matthias Witte
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    Ein Glaser aus Debstedt bei Cuxhaven wirbt auf ungewöhnliche Weise um neue Auszubildende. In einem Video zerstört er eine riesige Glasscheibe und richtet sich dann direkt an potentielle Bewerber. Mit der erfolgten Resonanz auf seine Werbeaktion hat er allerdings nicht gerechnet.

    Über 1,7 Millionen Mal wurde das Video angeklickt, über 16.000 User haben es geteilt, es gibt über 3000 Kommentare. Bei so vielen Klicks werden viele Prominente neidisch. Die Idee zum Video kam Glasermeister Sven Sterz bei einer Tasse Kaffee, wie er selbst erzählt:

    „Ich informiere meine Kunden via Facebook schon eine gewisse Zeit über unsere Arbeit. Weil ich zwei Auszubildende ab dem Sommer suche, habe ich mir gedacht: Günstiger kannst Du das nicht haben als im Netz. Da sitzen ja die Kiddies. Da habe ich mir gedacht: Das muss hier knallen, brennen oder sonst etwas, damit die hellwach werden.“

    Und das tat er dann. Gleich zu Beginn des 80-Sekunden-Videos lässt Sterz eine riesige Glasscheibe fallen, die lautstark in tausend Teile zerspringt.

    Hier das Video:

    Dann spricht er die Bewerber direkt mit „Du“ an. Unter anderem verspricht er 100 Euro mehr Lohn, finanzielle Unterstützung beim Führerschein sowie Extraprämien für gute Prüfungsergebnisse. Außerdem bietet Sterz seinen Azubis an, sie nach erfolgreicher Lehre fest zu übernehmen.

    Leuchtturm
    © Foto : Henning Sias (Wremer Heimatkreis)
    Zu seinem Video, bei dem seine Frau als Kamerafrau agierte, sagt der Glaser-Meister: „Das ist original, das ist ungeschnitten, einmal haben wir es vorher ohne Scheibe durchgespielt – das war es.“

    Wahrscheinlich ist es die direkte Art, die viele Jugendliche angesprochen hat. Die Telefonanlage des Betriebes sei am Wochenende wegen der großen Nachfrage – auch seitens der Medien – zusammengebrochen. Bis Mittwochmittag haben 19 Kandidaten ihre schriftliche Bewerbung bei Sterz persönlich abgegeben. Per Mail nimmt Sterz keine Unterlagen an – seine Firma ist einmal gehackt worden, sagt er. „Ich werde mir jede Bewerbung einzeln durchlesen und dann genau überlegen, wen ich zum Vorstellungsgespräch einlade. Sogar aus Essen hat sich jemand beworben. Ich lasse mir Zeit.“

    Ende März will Sterz entscheiden, welche zwei Kandidaten ab August ihre Ausbildung in seinem Betrieb beginnen werden. Ob bei den Kriterien auch der Umgang mit Sozialen Medien und die Kameratauglichkeit eine Rolle spielen, hat der Meister uns nicht verraten.

    Das komplette Interview mit Glaser-Meister Sven Sterz zum Nachhören:

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    Tags:
    Arbeitslosigkeit, Innovationen, Video, Lohn, Ausbildung, Arbeit, Glas, Deutschland
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