00:10 23 Februar 2020
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    Aus dem Osten droht mal wieder Ungemach. Die „Russenpeitsche“ schlägt noch einmal gnadenlos zu! In den kommenden Tagen muss sich Deutschland auf bittere Kälte einstellen.

    Das Wort „Russenpeitsche“ ist umgangssprachlich und beschreibt eine Wetteränderung: wenn es sehr schnell sehr kalt wird. Boulevard-Medien wie der „Berliner Kurier“ und die „Bild“-Zeitung benutzen diesen Begriff gern.

    Hochdruck von England bis Sibirien

    Wetterexperten wie Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst sprechen dagegen lieber von „sibirischer oder polarer Kaltluft“. Diese Kaltluft ist im Anmarsch auf Deutschland. Schuld ist laut dem Diplom-Meteorologen ein riesiges Hochdruckgebiet, das von den britischen Inseln bis nach Sibirien reicht. „Eine Strömung bringt uns jetzt peu à peu diese Kaltluft. Die Tiefsttemperaturen liegen bei bis zu minus 20 Grad Celsius“, sagt Kirchhübel. Ganz so kalt soll es bei uns aber nicht werden: „Dafür sind wir in der Jahreszeit schon zu fortgeschritten. Aber Dauerfrost ist bei uns ein Thema.“

    Schnee leider nicht. Denn die kalte Luft aus Nordosteuropa kommt vom Festland und nicht vom Meer und ist deshalb sehr trocken. „Wir können uns aber auf freundliche, sonnige Tage einstellen.“ Einzige Ausnahmen bilden der Ostseeraum und die bayerischen Alpen. Hier wird es laut Kirchhübel schneien.

    Der kälteste März seit 1886

    Für Tiere und Pflanzen ist der verspätete Kälteeinbruch eine harte Nuss. „Es fehlt die schützende Schneedecke. Die würde sich trotz der eisigen Temperaturen wie eine Decke über den Boden legen. Darum wird es für Flora und Fauna in den nächsten Tagen ungemütlich“, erklärt der Meteorologe.

    Was die Aussichten auf frühlingshafte Temperaturen angeht, hält sich der Wetterfrosch bedeckt: „Aus der Vergangenheit wissen wir: Solche Nordostlagen sind relativ träge und stabil. Das wird noch ein bisschen so bleiben. Ich erinnere an das Jahr 2013. Da waren Februar und März extrem kalt. Es war der kälteste März seit 1886. Allerdings“, erinnert sich Kirchhübel, „hatten wir nach diesem kalten Frühjahr einen super Sommer.“

    Sommer lässt auf sich warte

    Bis dahin dauert es aber noch. Der Meteorologe empfiehlt, sich die nächsten Tage gut einzumummeln. „Mütze, Handschuhe, dicker Schal wären zu empfehlen. Denn ein eisiger Wind kommt recht kräftig aus Nordost und lässt die Temperaturen noch kälter erscheinen, als sie tatsächlich sind.“

    Das komplette Interview zur Kälte zum Nachhören:

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    Tags:
    Temperatur, Wetter, Winter, Kälte, Deutschland