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15:58 20 September 2019
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    Essener Tafel

    Umfrage: Große Mehrheit zeigt Verständnis für Essener Tafel

    © AFP 2019 / Patrik STOLLARZ
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    Die Entscheidung des gemeinnützigen Unternehmens Essener Tafel, keine Migranten mehr aufzunehmen und die Lebensmittel nur noch an deutsche Bedürftige zu verteilen, hat landesweit für Aufsehen gesorgt. Eine Umfrage hat nun gezeigt, dass die große Mehrheit der Befragten diese Entscheidung nachvollziehen kann.

    Eine repräsentative Umfrage für die Zeitung „Welt“ hat gezeigt, dass 66 Prozent der Befragten für diesen Schritt Verständnis haben. Lediglich 27 Prozent konnten der Zeitung zufolge die Entscheidung nicht nachvollziehen. Sieben Prozent hätten keine Meinung dazu geäußert.

    Bei den befragten Anhängern der AfD hätte erwartungsgemäß die absolute Mehrheit diesen Schritt unterstützt – 97 Prozent. Auch eine große Mehrheit der FDP-Anhänger (65 Prozent) und der Unionsanhänger können dem Bericht zufolge den Aufnahmestopp nachvollziehen. Anhänger der SPD und der Linken seien eher gespalten: 44 Prozent der SPD-Anhänger hätten Verständnis für die Entscheidung, bei den Linken-Anhängern etwas mehr – 50 Prozent. Einzig Anhänger der Grünen stünden dem Beschluss der Essener Tafel mehrheitlich kritisch gegenüber (57 Prozent).

    Wegen des hohen Andrangs von Migranten hatte sich der gemeinnützige Verein zu einer drastischen Maßnahme entschieden: Seit Mitte Januar müssen Bedürftige einen deutschen Pass vorweisen, um aufgenommen zu werden.

    Seitdem ist die Essener Tafel landesweit in aller Munde. Manche zeigen Verständnis für den drastischen Schritt. Andere aber gar nicht: Vergangene Woche hatten Unbekannte die Türen der Tafel mit Parolen wie „Nazis“ beschmiert. Die umstrittene Kleinpartei „Allianz Deutscher Demokraten“, die sich vorwiegend an türkischstämmige und muslimische Einwanderer richtet, hat nun Strafanzeige gegen den Verein und dessen Vorsitzenden erstattet. Grund soll Verdacht auf Steuerhinterziehung sein: Wenn die Tafel nur noch deutsche Bedürftige versorge, sei der Verein nach deutschem Recht nicht mehr gemeinnützig, hieß es in der Erklärung der Partei am Freitag. Trotz der heftigen Kritik und Proteste bleibt die Tafel bei ihrem Aufnahmestopp.

    Nichtdeutsche machten zuletzt einen Anteil von 75 Prozent an den Tafel-Kunden aus, sagte der Vorsitzende des Vereins, Jörg Sartor, gegenüber der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ). „Wir wollen, dass auch die deutsche Oma weiter zu uns kommt“, so Sartor. Denn gerade ältere Nutzerinnen hätten sich von vielen fremdsprachigen Männern abgeschreckt gefühlt. Mit dem Aufnahmestopp habe man sich schwergetan und wisse, dass das ein „heißes Thema“ sei.

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    Tags:
    Kritik, Flüchtlinge, Migranten, Aufnahmestopp, Die Grünen, FDP, SPD, AfD, Deutschland, Essen