21:16 21 April 2018
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    Reproduktion des Gemäldes von A. Sokolow Die Erde leuchtet ihnen (Symbol)

    Ganzer Erdball als Raumschiff: Vision aus der Sowjetzeit

    © Sputnik / Alexander Mokletsow
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    Zum Auftakt der AKW-Ära schwebten dem Menschen manchmal unglaubliche Möglichkeiten vor. Ein sowjetischer Physiker schloss beispielsweise nicht aus, dass in ferner Zukunft die ganze Erde mit Hilfe von Atomenergie in ein Raumschiff verwandelt werden könnte.

    Wie die russische Wochenzeitung „Argumenty i Fakty“ berichtet, stammt die Idee vom sowjetischen Physiker Georgi Pokrowski. Er war ein ranghoher Militär, und zwar Generalmajor, zuständig für Pionierwesen und Technik.

    Der 1901 geborene Pokrowski war im Alter von 32 Jahren zum Lehrstuhlchef für Physik an der Kuibyschew-Militärakademie für Pioniertruppen ernannt worden. Sein Fachgebiet waren Explosionen. Später wurde er wissenschaftlicher Berater der 6. Verwaltung des sowjetischen Verteidigungsministeriums, die übrigens die Atomwaffentests koordinierte.

    Im Jahr 1954 – kurz nach der Inbetriebnahme des ersten sowjetischen Kernkraftwerks – schrieb er einen Artikel für die populärwissenschaftliche Zeitschrift „Technika – molodjoschi“. Im Mittelpunkt stand die mögliche Nutzung der Atomenergie – sowohl in absehbarer als auch in ganz ferner Zukunft.

    Pokrowski verwies auf die Befürchtungen der Pessimisten, dass sich beispielsweise die Sonne in der Zukunft abkühlen könnte und es dadurch zum Untergang der Menschheit kommen würde. Im Gegensatz dazu hielt der sowjetische Physiker eine nahezu endlose Weiterentwicklung der Menschheit für möglich. Er skizzierte einen hypothetischen Weg, der eben darin bestünde, die Erde künftig in ein Raumschiff zu verwandeln.

    Die mögliche Vorgehensweise wäre laut Pokrowski wie folgt. Durch den Einsatz von Fusionswaffen soll ein gigantischer Krater am Südpol geschaffen werden, um dort ein superstarkes Strahltriebwerk zu platzieren. Dorthin werden Kernbrennstoff sowie Wasser als Ballaststoff zugeführt. Bei der Atomreaktion soll ein immenser „Strahl von Zerfallsprodukten“ zustande kommen – und damit eine ausreichende Schubleistung, um den Erdball zu stoßen.

    Bei der Wiederholung vieler Explosionen könnte der Erdball die erforderliche Geschwindigkeit in eine vorgegebene Richtung gewinnen, zitiert die Wochenzeitung aus jenem Artikel von Pokrowski.

    Auf diese Weise ließe sich die Erde allerdings nur in eine Richtung bewegen. Um Manöver im Weltraum zu ermöglichen, könnten solche Triebwerke laut Pokrowski in Tropengebieten montiert werden und abwechselnd anspringen.

    Über die Gefahr zahlreicher Atomexplosionen war sich der Forscher allerdings auch im Klaren, Wie er schrieb, bestünde eine wichtige Aufgabe darin, die Erdatmosphäre nicht durch die Triebwerkstrahlen zu ruinieren.

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    Tags:
    Gefahr, Projekt, Zukunft, Raumschiff, Weltraum, Erde, UdSSR
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