18:13 17 Oktober 2018
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    der Abenteurer und Entdecker Fjodor Konjuchow (Archiv)

    „Ich will meinen Kosmos sehen“: Russischer Abenteurer über Stratosphärenaufstieg

    © Sputnik / Oleg Smyslow
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    Fjodor Konjuchow ist einer der größten Abenteurer und Entdecker unserer Zeit. Der Russe besuchte Gegenden der Welt, die von niemanden oder nur wenigen erreicht wurden, und unternahm unvorstellbare Reisen – und zwar im Alter von über 60 Jahren. In einem Exklusiv-Interview für Sputnik hat er erklärt, was ihn dabei bewegt.

    Fjodor Konjuchow ist eine einzigartige Persönlichkeit. Er ist Abenteurer, Schriftsteller, Maler und russisch-orthodoxer Priester zugleich und einer der bemerkenswertesten Entdecker unserer Zeit.

    „Mit Gottes Segen“, wie er selbst immer unterstreicht, hat er als erster Russe alle sogenannten Seven Summits sowie als dritter Mensch überhaupt alleine den Nordpol sowie den Südpol erreicht (sogenannter Explorers Grand Slam).

    Er unternahm die selbständige Überquerung des Atlantischen Ozeans in einem Ruderboot in der Weltrekordzeit von 46 Tagen und 4 Stunden, eine Überquerung des Pazifischen Ozeans in einer Weltrekordzeit von 159 Tagen und 15 Stunden und im Jahr 2016 stellte er den Rekord für die schnellste Solo-Weltumrundung in einem Heißluftballon auf.

    In einem Interview für Sputnik erklärte Konjuchow, dass sein Abenteuerdrang wohl mit zehn Jahren geweckt worden sei – nämlich im Jahr 1961, als der Russe Jurij Gagarin als erster Mensch das Weltall erreichte.

    Wie jeder Junge dieser Zeit wolle er Kosmonaut werden.

    „Aber ich wurde nicht Kosmonaut und mein Gewissen plagt mich immer noch: Wie kann das sein, ich werde diese Welt verlassen und nicht einmal gesehen haben, wie sich unsere Erde krümmt“, sagt der Abenteurer halb scherzhaft.

    Daher werde er nun mit einem Heißluftballon in die Stratosphäre fliegen. Ein Rekord werde das sicherlich sein, aber vor allem wolle er die „Krümmung der Erde“ sehen.

    „Dafür fliege ich! Um zu sehen, wie sich die Erde krümmt, um meinen kleinen Kosmos zu sehen“, so Konjuchow.

    Sein Alter sieht er dabei keinesfalls als ein Problem. Er durchlaufe jährlich alle notwendigen Gesundheitschecks – auch die für Piloten – und sei vollkommen bereit für neue Errungenschaften.

    Im September dieses Jahres soll es dann so weit sein. Er wolle mit „dem größten Ballon der Welt“ 25 Kilometer hoch hinaufsteigen – und damit auch den bisherigen Weltrekord eines indischen Abenteurers von 21.200 Metern schlagen.

    Mit einem Ruderboot über die Weltozeane

    Gleich im November wolle er aber auch gleich ein weiteres Projekt starten: Nämlich mit einem Ruderboot die gefährlichste Passage des Pazifischen Ozeans überqueren – den Südlichen Ozean, oder auch Südpolarmeer oder Südliches Eismeer genannt.

    „Jetzt will ich von Neuseeland aus entlang der Antarktis (…) über das Kap Hoorn, die schwierigste Stelle, und in Richtung der Falklandinseln“, erzählt der Russe über die geplante Route.

    Selbstverständlich werde das Ruderboot eine verstärkte Konstruktion und ein geschütztes Design haben, um die heftigen Stürme am Kap Hoorn zu überstehen. Es werde jetzt gerade gebaut.

    Um die Stürme gut zu überstehen sei dabei auch das richtige Timing entscheidend.

    „Man muss alles so einberechnen, dass, während du schläfst, du von der Strömung getragen wirst. Du musst die Strömung kennen, du musst sie spüren… Ich werde da GPS haben, ich werde Karten haben, ich werde ständig Berechnungen durchführen“, plant Konjuchow die Abenteuerreise.

    „Abenteurer-Gen“ in der Familie

    Das „Abenteurer-Gen“ liege dabei wohl in der Familie. Auch sein Sohn sei zur Entdeckung neuer Welten bereit – er habe sich nämlich als Kosmonauten-Anwärter gemeldet.

    „Er will irgendwann auf dem Mars landen und (…) den höchsten Berggipfel unseres Sonnensystems besteigen. Auf dem Mars gibt es den Olympus Mons mit der Höhe von 22.000 Metern“, berichtet der Abenteurer begeistert über die Pläne seines Sohnes.

    Dass nun die führenden Weltraummächte, Russland und die USA, bereits in den 2020-er Jahren auf dem Mond und gar auf dem Mars landen wollen, sieht er nur positiv.

    Ihm gefalle es sehr, dass „nun endlich Bewegung in die Sache gekommen ist“.

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    Entdeckung, Kosmonaut, Gen, Abenteurer, Reise, Juri Gagarin, Fjodor Konjuchow, USA, Weltraum, Mars, Mond, Russland