11:47 19 August 2018
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    Essener Tafel will Migranten wieder ranlassen

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    Der Aufnahmestopp für Ausländer bei der Essener Tafel hat landesweit für hitzige Debatten gesorgt. Nun hat der gemeinnützige Verein angekündigt, die Maßnahme bald aufzuheben.

    Voraussichtlich ab Anfang April werden sich auch nichtdeutsche Kunden bei der Tafel wieder anmelden können. „Wir gehen davon aus, dass es in zwei, drei Wochen so sein wird, Ende des Monats“, zitiert „Spiegel Online“ den Vorsitzenden des Tafel-Trägervereins, Jörg Sartor.

    Der Aufnahmestopp sei von vornherein als eine vorübergehende Maßnahme für sechs bis acht Wochen, maximal drei Monate, geplant gewesen, so Sartor weiter. Die Zahlen hätten sich inzwischen ins Gleichgewicht bewegt. „Sie werden zum Ende des Monats ein für uns akzeptables Verhältnis haben, davon gehen wir aus.“

    Wegen des hohen Andrangs von Migranten hatte sich der gemeinnützige Verein zuvor zu einer drastischen Maßnahme entschieden: Seit Mitte Januar müssen Bedürftige einen deutschen Pass vorweisen, um aufgenommen zu werden.

    Seitdem ist die Essener Tafel landesweit in aller Munde. Manche zeigen Verständnis für den drastischen Schritt. Andere aber gar nicht: Vor etwa zwei Wochen hatten Unbekannte die Türen der Tafel mit Parolen wie „Nazis“ beschmiert.

    Nichtdeutsche machten zuletzt einen Anteil von 75 Prozent an den Tafel-Kunden aus, sagte der Vorsitzende des Vereins, Jörg Sartor, gegenüber der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ). „Wir wollen, dass auch die deutsche Oma weiter zu uns kommt“, so Sartor. Denn gerade ältere Nutzerinnen hätten sich von vielen fremdsprachigen Männern abgeschreckt gefühlt. Mit dem Aufnahmestopp habe man sich schwergetan und wisse, dass das ein „heißes Thema“ sei.

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    Tags:
    Essener Tafel, Migranten, Aufnahmestopp, Deutschland, Essen
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