16:17 17 November 2018
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    Ermittlungen um Skripal

    Vergiftung des Ex-Spions Skripal: Ermittlung nennt mögliche Methode

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    Die britischen Ermittlungsbeamten sind dabei, den Friedhof in Salisbury zu untersuchen, auf dem die Ehefrau des mit einem Nervengas vergifteten ehemaligen Offiziers der russischen Militäraufklärung GRU, Sergej Skripal, bestattet ist. Darüber schreibt die Online-Ausgabe des „Daily Express“.

    Vom Grab sollen laut der Zeitung verschiedene Gegenstände und frische Blumen entnommen worden sein. Die Experten meinen, dass der Ex-Spion und seine Tochter Julia sie dort vor einer Woche niedergelegt hätten.

    Wie die Zeitung „Daily Mail“ ergänzt, hatten Skripal und seine Tochter nur wenige Stunden, bevor sie bewusstlos aufgefunden wurden, den Friedhof besucht. Gewöhnlich habe der Mann bei ein und demselben Verkäufer künstliche Blumen für das Grab erstanden, so das Blatt. Nun aber würden frische Blumen auf dem Grab liegen. Die Ermittlung prüfe in diesem Zusammenhang die Version, dass der Blumenstrauß vergiftet gewesen und dem Ex-Spion nach Hause geliefert worden sein könnte. Dem Strauß habe eine Karte mit der Bitte eines Bekannten beiliegen können, die Blumen auf den Friedhof zu bringen.

    Es werde zudem berichtet, dass Skripals Ehefrau Ljudmila im Herbst 2013 im Alter von 59 Jahren an Krebs gestorben sei. Gleich in der Nähe sei auch der Sohn Alexander bestattet, der im Juli 2017 einer Lebererkrankung erlegen sei. Laut „Daily Express“ soll der Friedhof für den ganzen Sonntag geschlossen worden sein, und in der kommenden Woche soll möglicherweise eine Exhumation der sterblichen Hüllen stattfinden.

    Wie das Blatt ferner schreibt, haben Skripals Nachbarn den Ermittlungsbeamten mitgeteilt, gesehen zu haben, wie vor einer Woche ein Lieferwagen vor dessen Haus gehalten habe. In diesem Zusammenhang seien die gesamte Post und Pakete aus der Wohnung zur Begutachtung geschickt worden. Die Vergiftung mit einem Nervengas im eigenen Haus gilt als eine der Hauptversionen des Vorfalls.

    Früheren Meldungen war zu entnehmen, dass Spuren eines Nervengifts im Restaurant „Zizzi“ entdeckt worden seien, wo der Mann mit seiner Tochter zu Mittag gegessen habe.

    Am Abend des 4. März waren der 66-jährige Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus gebracht worden, wo beide ins Koma fielen. Medienberichten zufolge sollen 21 Personen in Mitleidenschaft gezogen worden sein, darunter auch der Polizist, der als Erster am Ort des Geschehens eingetroffen war. Bislang sei unklar, womit und auf welche Art und Weise Skripal vergiftet worden sei.

    Wie der Chef der britischen Anti-Terror-Einheit zwei Tage später mitteilte, seien die beiden höchstwahrscheinlich Opfer eines gezielten Angriffs mit einem Nervengift geworden.

     

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    Themen:
    Skripal-Gate: Britischer Doppelagent in London vergiftet (107)
    Tags:
    Vergiftung, Agent, Geheimdienst, Spione, Sergej Skripal, Russland, Großbritannien