07:58 19 November 2018
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    Warum Sie so sind, wie Sie eben sind: Womit Ihre Fähigkeit zur Empathie zusammenhängt

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    Forscher von der britischen University of Cambridge haben erstmals einen Zusammenhang zwischen den Genen und unserer Fähigkeit zur Empathie nachgewiesen. Die Ergebnisse der Studie sind am Montag im Fachmagazin „Translational Psychiatry“ erschienen.

    In Kooperation mit „23andMe“, einem US-amerikanischen Biotechnologie-Unternehmen, haben die Wissenschaftler über 46.000 Menschen Speichelproben entnommen und die DNA analysiert. Die Forschungsteilnehmer sollen zudem einen Online-Test absolviert haben, über den der Grad ihrer Empathie ermittelt worden sei. Anschließend sollen die Fachleute die Resultate verglichen haben.

    Dabei stellte sich laut dem Magazin heraus, dass zehn Prozent unserer Fähigkeit zum Mitempfinden genetisch bedingt, die restlichen 90 Prozent aber durch Sozialfaktoren bedingt sind.

    „Die Erkenntnis, dass zumindest ein Teil unserer Unterschiede im Grad der Empathie mit genetischen Faktoren verbunden ist, hilft uns zum Beispiel autistische Menschen, die sich die Gedanken und Gefühle anderer schwer vorstellen können, zu verstehen“, betont Professor Simon Baron-Cohen, einer der Forscher.

    Der Studienleiter Prof. Varun Warrier nannte die Forschung „einen bedeutenden Schritt, um die kleine, aber wichtige Rolle der Genetik für die Empathie zu verstehen“. Zugleich betonte er, dass man die nichtgenetischen Faktoren berücksichtigen müsse, von denen ja schließlich der größte Teil der Fähigkeit zur Empathie abhänge.

    Die Online-Tests sollen zudem frühere Studien belegt haben, denen zufolge Frauen einfühlsamer seien als Männer. Welche Gene konkret den Empathie-Grad beeinflussen, müsse aber erst herausgefunden werden.

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    Tags:
    DNA, EQ, Gene, Empathie, 23andMe, University of Cambridge, US-Fachmagazin "Translational Psychiatry", Varun Warrier, Simon Baron-Cohen, Großbritannien, USA