17:18 21 September 2018
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    Opfer einer Vergewaltigung (Symbolbild)

    Missbrauchsskandal in Großbritannien: Tausende Mädchen prostituiert – Polizei zögert

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    Im englischen Telford hat der „Sunday Mirror“ einen riesigen Kinderprostitutionsring aufgedeckt. Über Jahrzehnte sind 1000 Mädchen und Jungen mittels Erpressung, Gewalt und Drogen zu sexuellen Handlungen genötigt worden. Unter Tätern und Opfern sind zahlreiche Menschen asiatischer Abstammung. Die Polizei hat trotz zahlloser Anzeigen kaum ermittelt.

    Die Recherchen der britischen Zeitung „Sunday Mirror“ erstreckten sich über 18 Monate. Aufgedeckt wurden dabei zahlreiche Fälle von Vergewaltigungen, Erpressungen und Drogenmissbrauch. Der Zeitraum der Recherchen umfasst 40 Jahre – seit 1981 wird ein organisiertes kriminelles Vorgehen zum Missbrauch von Kindern angenommen.

    Sollten sich die Ergebnisse der Recherche als richtig erweisen, handelt es sich um einen der größten Missbrauchsskandale des Landes. Polizei und Sozialbehörden sollen seit spätestens Anfang der 90er Jahre über kriminelle Banden informiert gewesen sein, die Mädchen anlockten, unter Drogen setzten oder mit Gewaltandrohung erpressten.

    Erst ab 2007 seien Ermittlungen angelaufen. Da zahlreiche der Täter aus dem asiatischen Raum stammten, hätten Behörden auch mit Ermittlungen gezögert, weil sie sich nicht der Gefahr eines Rassismusvorwurfs aussetzen wollten. Allerdings seien auch zahlreiche Kinder aus asiatischen Ländern Opfer der Zuhälter und Vergewaltiger geworden. Anzeigen von betroffenen Familien jeglicher Herkunft hätten zur Stigmatisierung der Opfer statt zur Verfolgung der Täter geführt.

    Betroffene Jugendliche, die die Polizei aufgriff, wurden lediglich als „Prostituierte“ registriert – nicht aber als Opfer von Missbrauch. Involviert seien auch Ärzte und Apotheken, die ignoriert hätten, wenn junge Frauen mehrmals Pillen zur Abtreibung kauften. 

    In Großbritannien hat es schon mal größere Missbrauchsskandale gegeben. Im nahegelegenen Rochdale wurden in den Jahren 1997 bis 2013 über 1400 Kinder systematisch missbraucht.

    Die Öffentlichkeit erfuhr davon aber erst 2013, als unter dem Titel „Girl A“ die Biografie eines Mädchens erschien, das mit 14 in den Kinderhändlerring gelangt war. Die Täter nutzten aus, dass viele der Opfer in Heimen lebten. Attraktiv aussehende junge Männer verwickelten Mädchen in Gespräche, versprachen ihnen Liebe und fingen sie dann mit Drohungen und Drogen in ein Netz, aus dem sie nicht mehr entweichen konnten. Die Opfer waren in der Regel weiße Britinnen, Mädchen, die in den Augen der aus dem muslimischen Kulturkreis stammenden Täter offenbar keine Achtung verdienten.

    70 Männer haben die vom „Sunday Mirror“ befragten Mädchen und Frauen als Täter benannt. Nach Aussagen der Opfer war das Netzwerk vor wenigen Wochen immer noch aktiv.

     

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    Muslime, Missbrauch, Vergewaltigungen, Drogen, Mädchen, Kinder, Prostituierte, Gewalt, Großbritannien