20:19 16 Dezember 2018
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    Forscher rätseln: Jupiter könnte bald seinen berühmten roten Fleck verlieren

    © Foto : NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS/Gerald Eichstädt/ Seán Doran
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    Die US-amerikanische Raumsonde „Juno“, die den Jupiter umkreist, hat Hinweise geliefert, dass der große rote Fleck auf der Oberfläche des Planeten allmählich schrumpft, während seine Ausdehnung im Gegenteil zunimmt. Das erklären US-Wissenschaftler in einer Studie, die in der Fachzeitschrift „Astrophysical Journal“ veröffentlicht wurde.

    Die Momentaufnahmen von „Juno“ bestätigen demnach, dass die Fläche des Wirbelsturms tatsächlich kleiner wird. Seine Länge und Breite verkürzen sich jährlich um etwa 0,04 Grad, was etwa 48 Kilometern entspricht. Zum Vergleich: Der Durchmesser des stärksten Hurrikans der letzten Jahre, Sandy, betrug etwa 1500 Kilometer.

    Laut der Astronomin Reta F. Beebe von der New Mexico State University nahmen die Wissenschaftler zuvor an, dass eine Reduzierung der Sturmfläche dazu führen würde, dass sich die Windströme um den Großen Roten Fleck noch schneller bewegen würden, wie es bei den so genannten „sterbenden“  Hurrikanen der Fall ist. Beebe betont, dass nichts dergleichen auf dem Jupiter passiere. Stattdessen habe der Wirbelsturm  zu wachsen und die höheren Schichten der Atmosphäre des Planeten zu überdecken begonnen. Darüber hinaus habe sich in den letzten Jahren auch die Farbe des Wirbelsturms  verändert. Der Fleck werde dunkler und verändere seine Farbe von cremig auf schwarz-orange.

    Die Gründe für all diese Veränderungen bleiben bisher ein Rätsel für die Forscher. Ungeklärt ist, ob sich der Hurrikan stabilisieren oder sich weiterhin in seiner Länge und Breite verringern  wird. Inzwischen ist nicht ausgeschlossen, dass der größte Hurrikan des Sonnensystems in den nächsten fünf bis zehn Jahren verschwinden wird.

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    © AFP 2018 / NASA/JPL/UNIVERSITY OF ARIZONA
    Zuvor hätten die Wissenschaftler herausgefunden, dass die Ströme in der Atmosphäre des Jupiters im Sonnensystem in eine Tiefe von etwa 3000 Kilometern in die Atmosphäre eindringen würden – viel tiefer als bisher angenommen.

    „Im gesamten Sonnensystem gibt es kein anderes Beispiel für ein solches Phänomen, das uns bekannt wäre“, sagte Alberto Adriani, Wissenschaftler vom Institut für Weltraum-Astrophysik und Planetologie in Rom.

    Der Sturm wurde 1830 erstmals beobachtet, doch schon seit 1665 gab es mehrere Berichte über einen Riesenfleck auf der Oberfläche des Planeten.

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    Tags:
    Forschung, Hurrikan, Wirbelsturm, Planeten, Sonnensystem, NASA, Jupiter