13:53 21 Juli 2018
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    Flüchtlinge in Dortmund (Archiv)

    Migrationskrise: Deutscher Städtebund für Aufnahmestopp für Flüchtlinge im Notfall

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    Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds Gerd Landsberg hat den Kommunen empfohlen, bei der Entscheidung über die Aufnahme von Flüchtlingen die bestehenden Verhältnisse vor Ort zu berücksichtigen. Dies meldete die Nachrichtenagentur Reuters.

    „Wenn die Belastungen objektiv zu groß sind, sollte man einen solchen Zuzugsstopp verhängen, um eine Überforderung zu vermeiden", sagte er gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Sonntag. Notfalls dürften die Kommunen sich weigern, weitere Flüchtlinge aufzunehmen.
    Die Verantwortlichen sollten vorher „die Gegebenheiten vor Ort" prüfen und die Zahl der Flüchtlinge im Verhältnis zur Bevölkerung abschätzen, betonte Landsberg.

    Die Flüchtlingszahlen seien zwar deutlich zurückgegangen, die Verteilung sei jedoch sehr ungleichmäßig, wodurch sich in einigen Kommunen besonders viele Flüchtlinge sammelten. Dann würden Voraussetzungen für die Integration wie Kinderbetreuung, Wohnraum oder Sprachkurse in diesen Kommunen fehlen.

    Im Dezember 2017 hatte der ehemalige Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) gefordert, die Kommunen selbst über die Menge der Flüchtlinge entscheiden zu lassen, die sie aufnehmen möchten.

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    Tags:
    Aufnahme, Stopp, Zuzug, Migranten, Deutscher Städte- und Gemeindebund, Deutschland