13:16 26 April 2018
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    Nicht geklappt: Gebiete weltweit, die hätten russisch werden können

    Nicht geklappt: Gebiete weltweit, die hätten russisch werden können

    © Sputnik / Mikhail Mokruschin
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    In der Welt gibt es mehrere Regionen, die einst eine russische Schirmherrschaft anstrebten. Die russische Wochenzeitung „Argumenty i Fakty“ führt Beispiele an – und erläutert, warum es damals mit diesen Territorien nicht geklappt hat.

    Papua-Neuguinea

    Der russische Ethnograph Nikolai Miklucho-Maklai
    Der russische Ethnograph Nikolai Miklucho-Maklai

    „Die Einheimischen von Neuguinea wünschen sich eine politische Unabhängigkeit unter russischer Schirmherrschaft“, schrieb der russische Reisende und Ethnograph Nikolai Miklucho-Maklai im Jahr 1883. Er war der erste Europäer, der auf der Nord- und Nordostküste von Neuguinea, der zweitgrößten Insel der Welt, landete. Die Papuaner hielten ihn nahezu für einen Gesandten des Himmels. Doch 1885 kann ein deutsches Schiff – und das Territorium wurde zum Besitz des deutschen Kaiserreiches erklärt. Miklucho-Maklai schickte einen Brief an den russischen Zaren, um ihn doch zu einer Schirmherrschaft für die Papuaner zu bewegen. Das Ersuchen wurde aber abgelehnt, weil die Insel zu weit entfernt sei und Russland keine Interessen dort habe, hieß es damals.

    Madagaskar

    Die Hauptstadt von Madagaskar Antananarivo (Archivbild)
    © Sputnik / Solomon Lupischow
    Die Hauptstadt von Madagaskar Antananarivo (Archivbild)

    Ende des 17. Jahrhunderts hatten Seeräuber, so die Zeitung weiter, das Sagen auf Madagaskar. Sie griffen Schiffe jener Länder an, die in Indien Interessen hatten. Holland, Frankreich und Großbritannien beschlossen sogar, den Piraten gemeinsam das Handwerk zu legen. Die Seeräuber wollten Schutz. Zunächst ersuchten sie um eine schwedische Schirmherrschaft. Schweden führte Anfang des 18. Jahrhunderts gerade einen Krieg gegen Russland, verlor aber die entscheidende Schlacht bei Poltawa. Vor diesem Hintergrund wandte sich der Piratenführer als „Madagaskars König“ an den russischen Zaren Peter I. Dieser hielt es für eine gute Idee, die Insel unter Kontrolle zu stellen, starb aber im Jahr 1725 – und die bereits geplante russische Expedition blieb aus.

    Sumatra

    Tempel im Norden der Insel Sumatra
    Tempel im Norden der Insel Sumatra

    Der Sultan von Aceh, einem einstigen Staat auf der Insel Sumatra, Muhammad Daud Syah, bat nach Angaben des Blattes im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zweimal um ein russisches Protektorat. Der Sultan argumentierte, er kenne die gute Haltung des russischen Zaren gegenüber den muslimischen Untertanen. Russlands zuständige Minister befassten sich mit dem Ersuchen, gelangten aber zum Schluss, dass der Vorschlag des Sultans von keinem besonderen Interesse sei.

    Hawaii

    Herrscher Kaumualii regierte Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts einen wesentlichen Teil von Hawaii. Als im Jahr 1804 dort ein russisches Schiff ankerte, versuchte er, die russische Unterstützung gegen seinen Rivalen, König Kamehameha, zu bekommen. Einige Jahre später unterzeichnete er ein an den russischen Zaren gerichtetes Ersuchen um eine Patronanz. Dann wurden die Kontakte jedoch abgebrochen.

    Malta

    Die maltesische Hauptstadt Valletta
    © Sputnik / Nikolaj Wosianow
    Die maltesische Hauptstadt Valletta

    Im Jahr 1797 bat der Malteserorden den russischen Zaren Paul I. um eine Schirmherrschaft. Etwas später wurde der Zar sogar zum Großmeister des Ordens gewählt, um sich den Franzosen zu widersetzen, die die Insel unter ihre Kontrolle stellten. Er ordnete an, Malta auf den Karten als russische Provinz zu markieren. Im Jahr 1801 wurde Paul I. jedoch getötet – und es war mit Malta vorbei.

    Tags:
    Eingliederung, Eigentum, Gebiete, Ausland, Malta, Madagaskar, Papua-Neuguinea, Hawaii, Sumatra, Russland
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