20:37 20 Juli 2018
SNA Radio
    Facebook-Graffiti

    Empörung über Facebook-Affäre: FDP und Grüne erwägen Zerschlagung des Konzerns

    © AP Photo / Jeff Chiu
    Panorama
    Zum Kurzlink
    44522

    Nach dem Datenskandal beim sozialen Netzwerk Facebook erwägen FDP und Grüne eine Stärkung der Wettbewerbsbehörden und die Zerschlagung des Internetkonzerns, schreibt „Handelsblatt”.

    Laut dem Vize-Chef der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer, ist die Entflechtung von Konzernen ein massiver Staatseingriff und gilt in der Wettbewerbspolitik neben der staatlichen Regulierung als „letztes Mittel, als ultimo Ratio”.

    „Zuvor muss freilich geklärt werden, ob etwa durch Innovationsdynamik nicht genug Wettbewerbsdruck geschaffen werden kann, um dauerhaft marktbeherrschende Strukturen zu verhindern”, betonte er.

    Auch der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck wirft Facebook vor, ein Geschäftsmodell zu verfolgen, das nach dem Prinzip „Friss oder stirb“ funktioniere. In einem Interview der „Welt am Sonntag“ sagte Habeck, die Facebook-Nutzer hätten faktisch keine Wahl:

    „Beim Kauf von WhatsApp beispielsweise hat es Millionen von Nutzerdaten in einer Hand gesammelt – und trotz gegenteiliger Zusagen zusammengeführt.“

    Über gesellschaftlichen Interessen dürfe keine Marktmacht stehen – auch „Datensupermächte“ nicht, fügte er hinzu.

    Der Datenskandal um Cambridge Analytica hat das Vertrauen in Facebook massiv erschüttert. Nun verklagen Werbekunden, Investoren und Nutzer die Firma wegen Datenschutz- und Transparenzmangel.

    Laut der Zeitung „New York Times“ hatte die Firma Cambridge Analytica gesetzwidrig den Zugang zu Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern erlangt. Anhand dieser Daten hatten Experten die politischen Präferenzen von Wählern eingeschätzt und ihnen Werbung zugespielt, die ihren Interessen entsprach.

    Dabei wird vermutet, dass Cambridge Analytica angebliche Desinformationen von der russischen Firma Internet Research Agency (IRA) verbreitet hatte.

    Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat sich für den Datenskandal bereits entschuldigt. „Wir sind verpflichtet, Ihre Daten zu schützen, und wenn wir das nicht können, verdienen wir es nicht, Ihnen zu dienen. Ich habe daran gearbeitet, genau zu verstehen, was passiert ist und wie ich sicherstellen kann, dass das nicht wieder passiert“, schrieb Zuckerberg in seinem Facebook-Profil.

    Zum Thema:

    Facebook-Datenmissbrauch seit 2011 bekannt
    Zuckerbergs neue Erkenntnis zu Russland-Affäre
    Machen Facebook, Twitter und andere „Soziale Medien“ die Schüler dümmer? Meta-Studie
    Tags:
    Datenmissbrauch, Monopol, Zerschlagung, Wettbewerb, Skandal, Cambridge Analytica, Facebook, Robert Habeck, Michael Theurer, Mark Zuckerberg, Deutschland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren