06:58 20 April 2018
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    Kampf-Robben für Russlands Militär: „Ein Tier kann mehr als ein Roboter“

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    Russische Forscher bescheinigen Robben viele nützliche Fähigkeiten und trainieren mit ihnen für militärische Zwecke. Wie es dabei heißt, sind diese Tiere in der Lage, manche Aufgaben besser zu meistern als beispielsweise Roboter.

    Diese ganz besondere Einheit, die ihren Standort auf der Kola-Halbinsel hat, besteht nach Angaben der Zeitung „Argumenty i Fakty“ aus neun Robben. Jede von ihnen bekommt zweimal täglich ein Riemenwerk mit Videokameras angelegt und beginnt mit dem Training.

    Laut Forschern des Maritimen Biologie-Instituts Murmansk können den Robben verschiedene Fertigkeiten beigebracht werden. Diese wären etwa in der Lage, Minen oder gegnerische Kampfschwimmer zu suchen, Aufklärungseinsätze zu absolvieren, Rümpfe von Schiffen unter Wasser zu untersuchen, Pipelines zu prüfen und so weiter.

    Dmitri Ischkulow, Vizedirektor des Instituts, sagte dem Blatt: „Robben sind kluge Tiere. Sie können komplexe Kommandos ausführen und sind ideal für Einsätze in nördlichen Breiten. Ihr Vorteil besteht darin, dass sie dafür geeignet sind, sowohl im Wasser als auch an Land zu leben.“

    „Man kann eine Robbe in einen Transportbehälter setzen, um sie dann mit einem Hubschrauber, einem Flugzeug oder einem Schiff sonst wohin zu bringen. Mit Delphinen oder Weißwalen, mit denen wir ebenfalls experimentiert haben, ist das viel schwieriger. Für deren Transport braucht man Wannen mit Wasser“, so Ischkulow.

    Parade auf dem Roten Platz (Archiv)
    © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
    Noch während des Ersten Weltkrieges war der russische Dresseur Wladimir Durow auf die Idee gekommen, Tiere für militärische Zwecke einzusetzen. Im Jahr 1915 schlug er nach einigen Experimenten den Behörden vor, Seeminen mit Hilfe von Robben zu entschärfen. Mehrere Dutzend Tiere wurden in der Bucht von Balaklawa trainiert, jedoch nach der Oktoberrevolution vergessen.

    Erst nach dem Zweiten Weltkrieg beschloss die Sowjetunion ein neues militärisches Programm für Seetiere. Drei entsprechende Basen wurden eingerichtet – in Sewastopol, im Fernen Osten und auf der Kola-Halbinsel. Nach dem Zerfall der UdSSR rückte das Thema in den Hintergrund, bis ihm nun wieder Impulse gegeben wurden.

    „Derzeit wird oft gesagt, man solle sich auf die Arbeiten mit Robotern umorientieren. Warum sind aber etwa Diensthunde trotz der Robotisierung nach wie vor im Einsatz? Weil ein Tier mehr kann als ein Roboter“, so Ischkulow weiter.

    „Robben können in großen Tiefen und in trübem Wasser arbeiten, eine riesige Geschwindigkeit unter Wasser erreichen und lange Strecken zurücklegen. Ein Tier zu trainieren, nimmt rund anderthalb Jahre in Anspruch – dann ist es fähig, 20 bis 30 Jahre zu arbeiten. Und, was am wichtigsten ist, eine Robbe kann denken“, betonte der Forscher.

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    Tags:
    Robben, Marine, Militäreinsatz, Roboter, Tiere, Zweiter Weltkrieg, Erster Weltkrieg, Russlands Streitkräfte, Russland