01:33 17 August 2018
SNA Radio
    Russischer Fischkutter „Nord“

    Gekaperter russischer Fischkutter: Kapitän schildert Erniedrigungen seitens SBU

    © Foto: State Border Guard Service of Ukraine
    Panorama
    Zum Kurzlink
    106192

    Die Besatzung des im Asowschen Meer aufgebrachten russischen Fischkutters „Nord“ hat sich über ständige Erniedrigungen seitens des ukrainischen Grenzschutzpersonals und der Mitarbeiter des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU beklagt.

    „Wir sind gezwungen, neben fünf Tonnen verwesenden Fisch zu leben und verseuchte Luft zu atmen“, so der Schiffskapitän Wladimir Gorbina in einer Erklärung, die Sputnik vorliegt. Erst heute sei erstmals Abfall vom Schiff gebracht worden. „Der Grenzschutzdienst behauptet, der ukrainische Staat habe uns mit allem Notwendigen versorgt. Doch das stimmt nicht.“

    Zudem hätten SBU-Agenten vor einigen Tagen einen Schiffsraum mit angeschalteten elektronischen Geräten versiegelt. Es könne also jederzeit ein Brand an Bord des Fischkutters ausbrechen. „Nach dem Umgang zu urteilen, den wir hier erleben, wird uns niemand retten“, so der Kapitän weiter.

    Nach dem Schiffsarrest hätten er und noch ein Matrose eine hypertensive Krise (eine Blutdruck-Entgleisung mit extrem hohen Werten) gehabt. Doch man habe ihnen die Hospitalisierung verweigert. „Man hat uns eine Spritze und Pillen gegeben. Niemand hat sich die Mühe gemacht, Blutproben zu nehmen oder ein Elektrokardiogramm zu machen. Ich weiß nicht, ob ich diesen Albtraum überstehen werde.“

    Am 26. März hatte der ukrainische Grenzschutz im Asowschen Meer einen russischen Fischkutter aufgebracht. Das Schiff „Nord“ mit Heimathafen auf der Krim soll die ukrainische Seegrenze verletzt haben. Es soll unter russischer Flagge gefahren sein.

    Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa forderte daraufhin von Kiew, die Besatzungsmitglieder des russischen Fischkutters „Nord“ unverzüglich freizulassen.

    „Wir betrachten Kiews Aktion als Versuch, sich an den Krim-Bewohnern für ihre bewusste Wahl vom März 2014 zugunsten der Wiedervereinigung mit Russland zu rächen. Wir fordern, das Team des Fischkutters ‚Nord‘ unverzüglich freizulassen und jenen an seinen Besitzer zurückzugeben“, sagte Sacharowa.

    Zum Thema:

    „Keine EU- und Nato-Mitgliedschaft für Ukraine je möglich“ – Ukrainischer Ex-Minister
    „Niemand glaubt Ukraine mehr“ – Rada-Abgeordneter
    US-Waffenlieferung an Ukraine: Kreml legt seine Position dar
    Tags:
    Grenzschutz, Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU), Krim, Russland, Ukraine
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren