21:05 21 Juli 2018
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    Manifestation des cheminots près de la gare de l'Est à Paris (3 avril 2018)

    Heftige Proteste in Frankreich: Verkehr durch Bahn-Streiks lahmgelegt

    © Sputnik / Irina Kalachnikova
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    Zahlreiche Eisenbahner haben am Dienstag in Frankreich gegen die Reform des staatlichen Zugbetreibers SNCF demonstriert. Zum Auftakt einer auf drei Monate angelegten Streikwelle brachten sie große Teile des Zugverkehrs im Land zum Erliegen.

    Die Eisenbahner-Demonstration hat am Bahnhof Paris-Est begonnen und sich bald zu einer Massenaktion entwickelt. Dem Radionachrichtensender Franceinfo zufolge demonstrierten allein in Paris etwa 3000 Menschen – am Rande kam es zu Ausschreitungen, die Polizei nahm fünf Menschen vorläufig fest.

    Ein Drittel der Beschäftigten des SNCF soll die Arbeit niedergelegt haben. Wie das Unternehmen mitteilte, blieben am Dienstagvormittag etwa 34 Prozent der Mitarbeiter dem Dienst fern.

    ​Die Quote in wichtigen Bereichen, die für die Abwicklung des Zugverkehrs nötig ist, soll deutlich höher gelegen haben: So hatten sich 77 Prozent der Lokführer zum Streik gemeldet. Deshalb sollte im Regionalverkehr im Durchschnitt nur jeder fünfte Zug fahren. Medien sprachen von einem „schwarzen Dienstag“ für die Bahnkunden.

    Die finanziellen Verluste Frankreichs durch einen landesweiten Streik würden sich nach vorläufigen Prognosen der lokalen Experten auf 720 Millionen Euro belaufen.

    Die SNCF-Reform setzt die Einführung des Wettbewerbs im Eisenbahnwesen voraus, ebenso die Eliminierung des Rechtsstatus des Eisenbahnarbeiters, der eine Reihe von Vorteilen mit sich bringt.

    Es wird erwartet, dass der von den französischen Gewerkschaften CGT, Unsa und CFDT organisierte Streik fast drei Monate dauern wird – bis zum 28. Juni.

    Tags:
    Zugverkehr, Streik, Paris, Frankreich
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