15:15 17 Juli 2018
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    Britische Militärs nach dem Giftanschlag in Salisbury, 2018

    Giftaffäre in Salisbury: OPCW gibt Ermittlungs-Ergebnis bekannt

    © AFP 2018 / Adrian DENNIS
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    Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hat am Donnerstag die Ergebnisse ihrer Untersuchung im Fall des vergifteten russischen Ex-Spions Sergej Skripal und dessen Tochter bekannt gegeben.

    Bei der eingesetzten Substanz habe es sich um ein Nervengift mit einem „hohen Reinheitsgrad“ gehandelt, heißt es in dem Bericht der Organisation. Es soll fast keine Beimischungen enthalten haben.

    Konkret heißt es darin, „das OPCW-Team bestätigt die Untersuchungsergebnisse Großbritanniens in Bezug auf die Identität der toxischen Chemikalie, die in Salisbury eingesetzt wurde und drei Menschen schwer verletzte.“ 

    Die OPCW nannte keinen mutmaßlichen Urheber der Attacke und auch nicht die benutzte Substanz. Ebenfalls wird nicht präzisiert, um welche Untersuchungsergebnisse Großbritanniens es sich handelt.

    Der ehemalige Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia sind laut der britischen Premierministerin Theresa May Anfang März mit dem Nervengift „Nowitschok“ (dt: „Neuling“) gezielt attackiert worden, einer angeblich ausgerecht in Russland entwickelten Substanz. Moskau bezeichnete die Anschuldigungen seinerseits als politische Kampagne und Provokation.

    Name des Nervengifts geheim gehalten

    Der genaue Name der Substanz, mit der die Skripals vergiftet wurden, soll nur in einem Geheimbericht der Chemiewaffenkontrollbehörde angegeben werden.

    „Die Bezeichnung und der Inhalt der giftigen chemischen Substanz sind im vollständigen Geheimbericht des Sekretariats enthalten, der nur den Mitgliedern der OPCW zugänglich sein wird“, heißt es im OPCW-Dokument.

    Zunächst hatte der britische Sender Sky News berichtet, die OPCW habe bestätigt, dass die Skripals mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Reihe vergiftet wurden. In dem öffentlich zugänglichen Bericht der OPCW wird die Bezeichnung "Nowitschok" jedoch nicht erwähnt.

    Johnson ist sich des Schuldigen sicher

    Der britische Außenminister Boris Johnson hat sich zu dem OPCW-Gutachten bereits geäußert. Er besteht darauf, dass „nur Russland“ das Herkunftsland des eingesetzten Nervengifts sein könne.

    „Es kann keinen Zweifel daran geben, was genau eingesetzt wurde, und es bleibt keine alternative Erklärung zu dem Schuldigen: Nur Russland hat die Mittel, das Motiv und die entsprechende Vergangenheit dafür“, so Johnson am Donnerstag.

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    Tags:
    Nervengift, Vergiftung, OPCW, Sergej Skripal, Großbritannien, Russland
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