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    Moskau bereitet sich auf die jährliche Militärparade auf dem Roten Platz am 9. Mai vor. Daran soll erstmals der Tarnkappen-Mehrzweckjäger Su-57 teilnehmen. Einige Militärs sehen diese Pläne aber skeptisch: Wie sicher würden solche Flüge über der russischen Hauptstadt sein?

    Manche Militärexperten nahmen laut der Zeitung „Wsgljad“ harte Worte wie „tollkühnes Unterfangen“ in den Mund. „Die Piloten müssen für etwas trainieren, was ihnen in einem echten Krieg nicht nützlich sein wird, was für sie aber sehr stressvoll ist“, sagte ein anonymer Militärangehöriger gegenüber dem Blatt.

    Er zeichnet ein düsteres Bild: „In einer Höhe von 200 bis 300 Metern über die Stadt fliegen, damit ein Vogel ins Triebwerk gerät? Und was dann? Heldenhaft aus dem Flugzeug über einer Millionenstadt abspringen?“

    Der Oberst Waleri Morosow widerspricht den Kritikern: Die Gefahr, dass ein Triebwerk ausfällt, sei sehr gering. „Beteiligt sind überwiegend Flugzeuge mit mehreren Triebwerken“, betonte er gegenüber der „Wsgljad“. Auch bei einem Zusammenstoß mit einem Vogel sei es möglich, mit nur einem Triebwerk zu fliegen.

    Bei einem Notfall werde der Pilot das Flugzeug zum nächsten Flugplatz steuern müssen, so Morosow. Im Fall Moskaus seien das die Flugplätze Ostafjewo und Tschkalowski. Geografisch gesehen liege aber der Zivilflughafen Scheremetjewo am nächsten. Oder der Pilot werde die Maschine auf einer Wasseroberfläche, einem unbebauten Platz oder auf einem Waldstück landen müssen. Das Katapultieren sei nur in dem Fall möglich, wenn sich das Flugzeug schon in einer sicheren Entfernung von Wohnblöcken oder einem Industrieobjekt befinde.

    Die Beteiligung von Kampfjets an der Militärparade ist allerdings nichts Neues: In Paris, Peking, Delhi und Pjönjang wird das laut der Zeitung praktiziert.

    Zu Notfällen komme es häufiger bei Flugshows als bei Paraden, schreibt das Blatt. So waren im August 2009 bei einem Übungsflug im Rahmen der Vorbereitung für die Luftfahrtmesse „Maks“ zwei Kampfjets des Typs Su-27 zusammengestoßen. Eine der Maschinen stürzte auf eine Siedlung ab. Der verdiente russische Pilot Igor Tkatschenko kam dabei ums Leben, der andere Pilot wurde schwer verletzt. Zudem starb eine Frau in einem Wochenendhaus, vier weitere Menschen wurden verletzt.

    Bei einer Parade sei der Druck nicht so groß wie bei einer Flugshow, bei der der Pilot komplizierte Flugfiguren durchführen müsse. „Bei einer Parade haben wir es mit einem Flug auf einer Route in einer bestimmten Höhe zu tun. Der Druck auf den Piloten und auf das Flugzeug ist nicht so groß“, so Morosow weiter.

    Im vergangenen Jahr mussten die Flüge zum Abschluss der Siegesparade am 9. Mai in Moskau aus Sicherheitsgründen wegen zu niedrig über der Stadt hängenden Wolken abgesagt werden.

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    Tags:
    Gefahr, Risiko, Absturz, Kampfflugzeug, Kampfjet, Flugzeug, Siegesparade, Parade, Militärparade, Su-57, 9. Mai, Moskau, Russland