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    Fall Skripal: Britische Medien wahrscheinlich unter scharfer Kontrolle – Botschaft

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    Die russische Botschaft in London hat nicht ausgeschlossen, dass die britischen Medien vor dem Hintergrund der Vergiftung in Salisbury entweder scharf kontrolliert werden oder sich einer Selbstzensur unterwerfen.

    „Ehrlich gesagt haben die britischen Medien seit dem Anfang dieser Geschichte eine für sie untypische Stellung eingenommen", äußerte ein Sprecher der russischen Botschaft gegenüber Sputnik. Anstatt zu versuchen, die Wahrheit aufzudecken, hätten die britischen Medien die einseitige Stellung der Regierung und zahlreiche unüberprüfbare Informationslecks übertragen.

    „Urteilen Sie selbst: Die britischen Journalisten haben bislang nicht versucht, Julia Skripal zu interviewen, die aus dem Krankenhaus entlassen wurde, oder das Krankenhaus in Salisbury zu besuchen, in dem sich ihr Vater angeblich bislang aufhält, oder die Behörden nach Fotos ober anderen Beweisen zu fragen, die nachweisen würden, dass die beiden tatsächlich am Leben sind und sich in dem Zustand befinden, der offiziell bekannt gegeben wurde".

    Für ein solches Verhalten könnte es lediglich zwei Gründe geben, so der Sprecher: „Entweder sind die britischen Medien vor dem Hintergrund des Zwischenfalls in Salisbury unter einer scharfen Kontrolle (wie es „The Sundy Times" am 8. April schrieb) oder sie führen eine Selbstzensur durch, weil sie negative Folgen befürchten". Beides würde nicht überraschend sein, denn der Druck auf den russischen Sender RT wird ganz unverhohlen ausgeübt, ohne den politischen Hintergrund zu verheimlichen, sagte er.

    „Es kann natürlich sein, dass wir nicht über alle Informationen verfügen", betonte der Botschaftssprecher. Die Mitarbeiter der russische Botschaft würden froh sein, wenn jemand von den britischen Medien von seinen Versuchen erzählen würde, auf die Wahrheit zu kommen, wie auch davon, was diese Versuche zur Folge gehabt hätten.

    Zuvor hatte die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom bekanntgegeben, sieben Ermittlungen zu den Nachrichtensendungen und Dokumentationen des TV-Senders RT eingeleitet zu haben.

    Am 4. März dieses Jahres waren der ehemalige britische Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia im britischen Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. Sie befanden sich eine Zeitlang lang im Koma und sind jetzt auf dem Weg der Besserung. Die britische Seite behauptet, dass der russische Staat in die Vergiftung der Skripals mit dem Nervengas A234, in Großbritannien als "Novichok" (Nowitschok) bekannt, verwickelt sei. Russland weist diesen Vorwurf zurück.

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    Selbstzensur, Kontrolle, Medien, Vergiftung, Russische Botschaft in London, Sergej Skripal, Julia Skripal, Salisbury, Russland, Großbritannien
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