06:18 22 August 2018
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    der gigantische Galaxienhaufen RXC J0032.1+1808

    Hubble-Teleskop gelingt Aufnahme von superfernem Galaxienhaufen

    CC BY 4.0 / NASA, ESA, and S. Beckwith (STScI) and the HUDF Team / Hubble sees galaxies galore
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    Das Weltraumteleskop Hubble der Nasa und Esa hat Fotos des gigantischen Galaxienhaufens RXC J0032.1+1808 im Sternbild Fische (lat. Pisces) aufgenommen, der zu den 40 am weitesten entfernten und ältesten Sternen-„Familien“ in dem uns umgebenden Universum gehört. Dies teilt das Hubble-Forscherteam auf der Website des Teleskops mit.

    Ein großer Teil der Galaxien in dem uns umgebenden All, darunter auch die Milchstraße, sind Teil größerer Materie-Ansammlungen, Galaxienhaufen und Superhaufen. Wie die Beobachtungen der letzten Jahre gezeigt haben, erstrecken sich viele von ihnen über Millionen und zig Millionen Lichtjahre, ihre Masse liegt in der Größenordnung von Dutzenden, ja Hunderten Billiarden Sonnenmassen.

    Viele von ihnen, darunter auch der Galaxienhaufen RXC J0032.1+1808, den das Teleskop Hubble unlängst fotografiert hat, sind, wie der Mitteilung zu entnehmen ist, so weit von der Erde und der Milchstraße entfernt, dass man sie nur mittels der Gravitationslinsen – besonderer Raum-Zeit-Verzerrungen, die das im Umfeld großer Galaxien entstehende Licht verstärken – sehen kann.

    Dank dieser Linsen können die Forscher demnach die Bewegung der Galaxien innerhalb des Galaxienhaufens RXC J0032.1+1808 und anderer „Familien“ von Sternenmetropolen verfolgen. Solche Beobachtungen sollen den Astronomen bereits geholfen haben, die zwei größten Strukturen im Universum zu entdecken, die die Bewegung der Milchstraße und aller übrigen nahe gelegenen Galaxien beeinflussen.

    Dazu  gehören der Große Attraktor, auch Galaxienhaufen Abell 3627 genannt, und der Große Distraktor, der eine riesige Leere hinter unserer Galaxie bildet. Das Studium dieser Objekte, darunter mit Hilfe des Hubble-Teleskops, habe den Astronomen das Verständnis ermöglicht, warum sich die Milchstraße im Vergleich zu anderen Galaxien ungewöhnlich schnell bewegt, sowie zahlreiche Geheimnisse ihrer Entstehungsgeschichte aufgedeckt.

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    Gegenwärtig versucht das Hubble-Forscherteam im Rahmen der Beobachtungsmission RELICS, die größten Galaxienhaufen des Universums mithilfe von detaillierten Fotos zu erfassen. Die Forscher hoffen, dadurch zu ersten genauen Einschätzungen in Bezug auf die Masse der dunklen Materie zu gelangen und herauszufinden, wie die „dunklen Zeitalter“ an den Ursprüngen des jungen Universums zu Ende gingen, als es für das sichtbare Licht und andere Formen elektromagnetischer Wellen nicht transparent gewesen war.

    Wie die Kosmologen heute hoffen, kann die Erforschung der uralten Galaxienhaufen uns auch dabei helfen, zu verstehen, welche Rolle die dunkle Materie und die dunkle Energie bei deren Entstehen und in deren Leben spielen, aber auch wie deren Struktur und Verteilung im Universum mit dem verbunden ist, wie die Materie in den ersten Augenblicken nach dem sogenannten Urknall im Universum verteilt war.

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    Das Hubble-Weltraumteleskop (englisch Hubble Space Telescope, kurz HST) ist von der NASA und der ESA gemeinsam entwickelt worden. Es ist nach dem Astronomen Edwin Hubble benannt ist. Es arbeitet im Bereich des elektromagnetischen Spektrums vom Infrarotbereich über das sichtbare Licht bis in den Ultraviolettbereich. Der Spiegeldurchmesser beträgt 2,4 Meter.

    Das HST wurde am 24. April 1990 mit der Space-Shuttle-Mission STS-31 gestartet und am nächsten Tag aus dem Frachtraum der Discovery ausgesetzt. Nun befindet es sich bereits 28 Jahre im Orbit und liefert nach einer Korrektur seit immerhin 25 Jahren beeindruckende Bilder.

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    Tags:
    Galaxien, Fotos, Hubble Space Telescope, Weltraum