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    Fußball-WM 2018

    Deutschland gewinnt Fußball-WM… zumindest laut Computer-Rechnung

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    Was passiert, wenn eine globale Investmentbank ihre Computer 10.000 virtuelle Turniere spielen lässt, um abzuschätzen, wer den WM-Pokal nach Hause bringen wird?: Deutschland gewinnt wieder.

    Die schweizerische Bank UBS hat ihren Vierjahresbericht veröffentlicht und damit die beste Wette ermittelt, die die Wettspieler während der meistgesehenen Sportveranstaltung der Welt abschließen können.  

    Die 29-seitige Analyse ist gegenüber den Gastgebern nicht freundlich. Die Chance Russlands, die in rund einem Monat beginnende Fußball-WM zu gewinnen, betrage 1,6 Prozent – damit liegt Russland einen Punkt hinter Mexiko und der Schweiz.   

    Der Titelverteidiger Deutschland sei mit einer 24-prozentigen Chance auf den Pokal der Spitzenreiter, während Brasilien und Spanien die Plätze zwei und drei belegen würden.

    „Es ist fast sicher, dass der neue Weltmeister entweder aus Europa oder aus Lateinamerika kommen wird“, sagte die UBS. „Die Wahrscheinlichkeit, dass der Sieger aus Asien, Afrika, dem Nahen Osten oder Nordamerika stammen wird, ist gleich Null“.

    Der Bericht ist ein Teil eines ironischen Blicks auf den vom 14. Juni bis 15. Juli stattfindenden Wettbewerb und gleichzeitig ein Teil einer ernsthaften Analyse des Investitionsklimas in Russland

    Der Bericht bezieht auch Italien ein, obwohl der viermalige Pokalgewinner es  erstmals seit 1958 nicht geschafft hat, sich für die Endrunde zu qualifizieren. „Die Weltmeisterschaft scheint ohne Italien nicht ganz dasselbe zu sein“, schrieb UBS in einem Abschnitt mit dem Titel „Eine Hommage an Italien“. Die Squadra Azzurra hätte im Falle einer Teilnahme die gleichen Gewinnchancen wie Russland.

    Der Bericht hat auch fünf Must-Watch-Spiele ermittelt, die sicher „Zitterpartien“ werden. UBS prognostizierte, Spanien werde das iberische Derby gegen Portugal gewinnen und England lasse das starke Team von Belgien in der entscheidenden Gruppenphase hinter sich.

    Und der Bericht verwies mit einem Augenzwinkern darauf, Russland habe die gleiche Fläche wie der Zwergplanet Pluto.

    UBS sagte in düstereren Tönen, dass Russland sich immer wieder von den Wirtschaftssanktionen erhole, die der Westen wegen seiner Aktionen in der Ukraine verhängt habe. Die wachsende Zahl diplomatischer Konfrontationen habe einen Schatten auf die erste in Osteuropa ausgetragene Weltmeisterschaft in der Geschichte geworfen.

    Aus Protest gegen die angebliche Vergiftung des ehemaligen russischen Spions Sergej Skripal in England werden mehrere Staaten keine Prominenten zur Eröffnungsfeier entsenden.

    Moskau weist alle Vorwürfe, dass die Vergiftung mit dem Nervengas eine Vergeltung für Skripals Arbeit für den britischen Geheimdienst gewesen sei, entschieden zurück. „Die Rolle Russlands als Gastland hat zu erheblichen Kontroversen geführt“, stellt die UBS fest.

    Aber die Bank versucht, über die Auseinandersetzungen hinwegzusehen, um sich auf das schöne Spiel selbst und die Emotionen zu konzentrieren, die es für Millionen Fans in der ganzen Welt bringt. „Wir hoffen zwar, dass die beste Mannschaft gewinnt, aber wir hoffen auch, dass das Ergebnis weniger verheerend wird als beim letzten Mal, als unsere Kollegen in Sao Paulo danach mehrere Wochen deprimiert waren“, schrieb UBS in Bezug auf Brasiliens 1:7 Niederlage gegen Deutschland im Halbfinale der Fußball-WM 2014.

    Dieses Ergebnis hatte damals die UBS-Computer beschämt – die Bank hatte Brasilien vorher als den Sieger der WM ermittelt.

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    Tags:
    Bank, Mannschaft, Vorwürfe, Bericht, Chance, Computer, Vergiftung, Fußball-WM, Fußball-WM 2018, UBS, Sergej Skripal, Brasilien, Italien, Großbritannien, Deutschland, Russland, Ukraine