16:52 17 Juni 2019
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    Soldat der syrischen Regierungsarmee in einem Untergang (Archivbild)

    Syrien: Unterirdische „Zeitbombe“ bedroht Hauptstadt - VIDEO

    © Sputnik / Michail Wosskressenski
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    Mit neuester Bautechnik und Tausenden Sklaven haben Terroristen in Syrien Hunderte Tunnel angelegt, um dort bei Luftangriffen auszuharren, Munition zu bevorraten und Nachschub aus den Nachbarländern zu erhalten. Der Westen lieferte nicht nur neustes Gerät, sondern schickte auch Profis für den Bau. Eine Gefahr sind die Tunnelwege bis heute.

    Die Terroristen sind in Syrien zwar vielerorts vertrieben, ihr Tunnelnetz bedroht aber weiterhin die Zivilbevölkerung in den Städten darüber. 278 unterirdische Eingänge führten aus dem Umland allein in die Hauptstadt Damaskus. Noch sind nicht alle dieser geheimen Gänge erforscht: Munition, Spreng- und Treibstoff könnten auch heute noch darin lagern – ein Pulverfass unterhalb der syrischen Metropole.

    „In der Gegend Ein-Tarma in der Nähe von Damaskus ist in 15 Meter Tiefe ein mehrere Kilometer langer Tunnel entdeckt worden“, sagte ein Vertreter der syrischen Regierungstruppen in einem Gespräch mit Sputnik. „Der Tunnel hat mehrere Abzweigungen, die in benachbarte Siedlungen führen. Auch ein Autotunnel ist vorhanden, samt Werkstätten und Stabsräumen für das Oberkommando der Terroristen. Überall sind Überwachungskameras angebracht.“

    In Duma unweit der syrischen Hauptstadt sei ein sehr großer Tunnel entdeckt worden, der als Markt genutzt worden sei. „Die Terroristen und ihre Angehörigen konnten dort alles kaufen, was das Herz begehrt, während es der Zivilbevölkerung in den IS-besetzten* Gebieten am Nötigsten fehlte. Und die Preise auf dem Schwarzmarkt, den die Terroristen betrieben, waren astronomisch“, so der Militär.

    Zum Verlegen der Tunnel wurde offenbar westliches Gerät eingesetzt – und versklavte Zivilisten aus den okkupierten Städten. „Das Spezialgerät ist von der Türkei und Saudi-Arabien nach Syrien geliefert worden, über die Nord-, Süd- und Westgrenze. Es kamen auch ausländische Fachleute, die die Arbeiter anleiteten und die Bauarbeiten organisierten“, sagte ein Oberst der syrischen Regierungsarmee gegenüber Sputnik.

    Die Arbeit der Sklaven kostete die Terroristen indes nichts. Die Zwangsarbeiter wurden nicht mal ordentlich versorgt. Einmal pro Tag eine Schüssel Reis und etwas Brot – das bekamen die Sklaven des IS zu essen, wie Einheimische berichten.

    „Einige der Tunnels führten aus den syrischen Provinzen an die Grenze zum Libanon“, so der syrische Offizier weiter. „Dadurch bekamen die Terroristen Nachschub direkt aus dem Nachbarland. Außerdem wurden die verwundeten Kämpfer auf diesem Wege zur Behandlung ins Ausland geschickt, an ihre Stelle rückten neue Kräfte nach. Ausländische Berater und wertvolle Spezialisten kamen auch teils über die Tunnel.“

    Die syrische Führung überlegt, das einst terroristische Tunnelnetz für Friedenszwecke nutzbar zu machen. Ein Sprecher des Ministeriums für Kommunalverwaltung sagte Sputnik, die unterirdischen Wege könnten gesichert und verstärkt werden, um später zu Autostraßen und Parkhäusern ausgebaut zu werden.

    * Islamischer Staat (IS, auch Daesh), eine in Russland verbotene Terrorvereinigung

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    Regierugsarmee, Kampf, Gefahr, Terroristen, Netz, Tunnel, Terrormiliz Daesh, Türkei, Saudi-Arabien, Damaskus, Syrien