06:37 19 Juni 2018
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    Strudelwurm

    Gigantische Würmer befallen Frankreich

    © Foto : Laurent Charles
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    Französische Forscher sind ratlos: Gigantische Würmer verbreiten sich seit Langem in den Gärten ihrer Landsleute. Die Behörden und Wissenschaftler waren sich der Invasion jedoch jahrelang nicht bewusst.

    Als ein Amateur-Gärtner dem französischen Biologen Jean-Lou Justine ein Bild eines gigantischen Wurms mit einem schaufelförmigen Kopf aus seinem Garten schickte, traute der Forscher seinen Augen nicht. Denn bei dem Wurm handelte es sich um ein Bipalium kewense, einen Strudelwurm, der in Südostasien beheimatet ist und bis zu 40 Zentimeter lang werden kann.

    „So etwas haben wir in Frankreich nicht“, sagte Justine laut „Washington Post“. Er und seine Kollegen baten daraufhin Menschen, Fotos von Würmern aus ihren Gärten zu schicken, die auf die Beschreibung passen. Zu ihrer Überraschung erhielten sie unzählige Fotos und Videos.

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    Justine fragt sich, wie solche Riesen-Würmer so lange unbemerkt bleiben konnten. „Wir Forscher haben mit Überraschung erfahren, dass derart auffällige Würmer sich der Aufmerksamkeit der Behörden und der Wissenschaftler in einem entwickelten europäischen Land so lange entziehen konnten“, schreibt Justine in seiner Studie „Giant worms chez moi!“.

    Offenbar wurden die Würmer unbemerkt eingeschleppt. Der Biologe und seine Kollegen stellten fest, dass die Globalisierung und der vermehrte internationale Handel zur Verbreitung von ungewöhnlichen und relativ seltenen Tieren beigetragen hätten.

    Es ist bislang unklar, inwiefern die Plattwürmer die biologische Vielfalt in Frankreich beeinflussen. Da die Würmer sich von Regenwürmern ernähren, könne die Bodenqualität darunter leiden, sagte der Entomologe Archie Murchie der „Washington Post”.

    Tags:
    Würmer, Insekten, Invasion, Frankreich