20:55 11 Dezember 2018
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    Julia Skripal in London

    Julia Skripal: Ich hoffe, eines Tages nach Russland zurückzukehren

    © REUTERS / Dylan Martinez
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    Julia Skripal, die Anfang März in Großbritannien Opfer eines Giftanschlags geworden war, hat nach Angaben der Agentur Reuters in einem Interview die Hoffnung geäußert, eines Tages nach Russland zurückzukehren. Zugleich soll sie aber das Hilfsangebot der russischen Botschaft zurückgewiesen haben.

    Sie sei für die angebotene Hilfe dankbar, brauche sie derzeit jedoch nicht, soll Julia gesagt haben. Sie soll Reuters über die britische Polizei kontaktiert haben.

    „Wir können uns glücklich schätzen, diesen versuchten Mord überlebt zu haben. Unsere Genesung war langsam und äußerst schmerzhaft“, soll es in der schriftlichen Erklärung von Julia Skripal heißen.

     

    Julia soll ihr Statement in zwei Varianten verfasst haben: auf Russisch und auf Englisch. Sie habe die beiden Dokumente unterzeichnet.

     

    ​Die Tochter des ehemaligen russischen Geheimdienstlers Sergej Skripal, der ebenfalls vergiftet wurde, befindet sich derzeit laut Reuters in London. Ihr genauer Aufenthaltsort wird geheim gehalten. Seit der Entlassung aus dem Krankenhaus vor rund fünf Wochen hat sie zum ersten Mal Kontakt zu Medien aufgenommen.

    Inzwischen gibt es auch ein Video ihrer Erklärung:

    Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa (Archivbild)
    © Sputnik / Ewgeniya Nowozschenina
    Die 33-Jährige soll außerdem erneut versichert haben, dass niemand für sie oder ihren Vater spreche. Die russische Seite hatte zuvor den Verdacht geäußert, dass die Erklärungen der Skripals nicht von ihnen selbst stammen könnten und dass Vater und Tochter womöglich gegen ihren Willen von britischen Behörden festgehalten würden.

    Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte gegenüber dem Sender RT, es habe keinen einzigen Tag seit der Vergiftung in Salisbury gegeben, an dem das Außenministerium in Moskau sowie die russische Botschaft in Großbritannien nicht versucht hätten, Julia zu kontaktieren.

    Am 5. März war bekannt geworden, dass Skripal und seine Tochter in einem Supermarkt in der britischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus gebracht wurden. Zwei Tage später teilte der Chef der britischen Anti-Terror-Einheit mit, dass die beiden höchstwahrscheinlich Opfer eines gezielten Angriffs mit einem Nervengift geworden seien.

    Der „Fall Skripal“ hat die Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien schwer belastet. London machte Moskau ohne jeglichen Beweis für den Anschlag verantwortlich.

    Sergej Skripal ist ein ehemaliger Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU und Überläufer. 2006 wurde er wegen Spionage für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 zu 13 Jahren Haft verurteilt. Er kam jedoch im Juni 2010 im Zuge eines Austausches inhaftierter Spione zwischen Russland und den USA auf freien Fuß. Kurz darauf wurde Skripal in Großbritannien Asyl gewährt.

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    Tags:
    Rückkehr, Julia Skripal, Russland