04:46 01 Dezember 2020
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    Das US-Konsulat in Jerusalem soll laut der Zeitung „Haaretz“ einer Anwaltsfirma mit angeblichen Verbindungen zu Israels Premierminister Benjamin Netanjahu eine beträchtliche Geldsumme überwiesen haben.

    Der Deal wurde demnach vor der Verlegung der amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem geschlossen.

    Die Vereinigten Staaten hätten im Zeitraum vom 9. April bis 14. Mai für die Rechtsberatung des US-Konsulats 150.000 US-Dollar an die Anwaltskanzlei E.S. Shimron, I. Molho, Persky & Co. in Jerusalem gezahlt, hieß es.

    Zwei Unternehmensvorsitzende sollen dem israelischen Ministerpräsidenten, Benjamin Netanjahu, nahe stehen: David Shimron ist laut dem Blatt sein Vetter und unter anderem als persönlicher Anwalt seiner Familie bekannt. Darüber hinaus soll Isaac Molho, Shimrons Schwager, auf zahlreichen diplomatischen Missionen den israelischen  Premierminister als persönlicher Gesandter vertreten haben.

    Zuvor hatten anonyme Quellen im Netanjahu-Team gegenüber „Haaretz” gesagt, dass die Geldzuweisung an die Anwaltskanzlei Shimron, Molho ohne Gewährung des israelischen Staatschefs erfolgt sei. Die Regierung selbst soll nicht gewusst haben, dass das Unternehmen die Interessen des US-Konsulats vertreten hat.

    E. S. Shimron, I. Molho, Persky & Co zufolge hatten Shimron und Molho nichts mit den Angelegenheiten des US-Konsulats zu tun.

    Ein Sprecher der US-Botschaft in Jerusalem erklärte allerdings: „Die US-Regierung nutzt seit über 30 Jahren die Dienste von Herrn Persky und seiner Firma für den allgemeinen Geschäftsbetrieb ”.

    US-Präsident Donald Trump hatte am 6. Dezember die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt von Israel verkündet. Er kündigte zudem die Verlegung der Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem an. Dieser Schritt löste international Massenproteste aus.

    Mehr zum Thema: Umzug der US-Botschaft nach Jerusalem: Palästina nennt mögliche Folgen

    Später stimmte die Uno-Vollversammlung dafür, dass die USA die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels zurücknehmen sollen.

    Am Montag, 14. Mai, dem 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels, wurde die US-Botschaft in Jerusalem offiziell eröffnet.

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    Tags:
    Rechtsberatung, Anwaltsfirma, Unternehmen, Geldzuweisungen, US-Botschaft in Jerusalem, Donald Trump, Benjamin Netanjahu, Jerusalem, Tel Aviv, Israel, USA