06:30 25 Juni 2018
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    Folgen des Hurrikans Maria in Puerto Rico (Archivbild)

    US-Behörden unter Verdacht: Tausende Opfer des Hurrikans „Maria“ verschwiegen?

    © AFP 2018 / Ricardo Arduengo
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    Der Hurrikan „Maria“, der Puerto Rico im vergangenen September heimgesucht hatte, hat 4645 Opfer gefordert, nicht aber 64, wie die US-Behörden mitteilten. Dies ist einer Studie der Harvard University zu entnehmen.

    Die Wissenschaftler haben laut ihrer Studie 3299 willkürlich ausgewählte Familien, die diesen Wirbelsturm miterlebt hatten, gebeten, über die ihnen bekannten Todesfälle bei diesem Hurrikan zu erzählen. Die auf diese Weise gesammelten Daten wurden auf das gesamte Territorium der Insel extrapoliert und der durchschnittlichen Sterberate pro Jahr gegenübergestellt.

    Somit ergab sich, dass im Zeitraum vom 20. September bis zum 31. Dezember 2017 die Todesrate 14 Fälle je 1000 Menschen betragen hatte, wogegen es im selben Zeitraum des Vorjahres um 62 Prozent weniger gewesen waren.

    Die Forscher der Harvard University geben zu, dass die auf diesem Wege erhaltenen Daten nicht genau seien, betonen jedoch, dass die Zahl der Todesopfer um ein Mehrfaches höher sei als es die amtlichen Angaben besagen.

    Die Autoren der Studie erklären, dass die Bundes- und Lokalbehörden  der Bevölkerung nicht die erforderliche medizinische Hilfe gewährleistet und auch nicht die Stromversorgung rechtzeitig wieder hergestellt hätten. Somit sei ein Drittel der Todesfälle durch die nicht rechtzeitig erwiesene medizinische Hilfe zu erklären.

    Naturkatastrophen des Jahres 2017
    © AFP 2018 / Yuri Cortez

    Wie die Forscher ferner hervorheben, weigern sich die Inselbehörden, regelmäßig Berichte über die Sterberate zu veröffentlichen.

    Die Zeitung „The New York Times“ hatte zuvor  darüber geschrieben, der Hurrikan „Maria“ habe möglicherweise mehr als 1000 Menschenleben gefordert. Diese Schlüsse habe die Zeitung aus einem Vergleich der Sterbestatistik mit dem 40-Tage-Zeitraum nach dem Wirbelsturm gezogen.

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    Orkan, Zensur, Opfer, Hurrikan, The New York Times, Harvard Universität, USA, Karibik, Puerto Rico