00:56 19 September 2018
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    Russian journalist Arkady Babchenko (C), who was reported murdered in the Ukrainian capital on May 29, Ukrainian Prosecutor General Yuriy Lutsenko (R) and head of the state security service (SBU) Vasily Gritsak attend a news briefing in Kiev, Ukraine May 30, 2018.

    Fake-Mord an Babtschenko ist „unglaublicher Idiotismus“ – „The Guardian“

    © REUTERS / Valentyn Ogirenko
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    Durch die unerwartete „Auferstehung“ des russischen Journalisten Arkadi Babtschenko fühlen sich viele westliche Journalisten veräppelt. Die britische Zeitung „The Guardian“ hat einen Russland-Experten zitiert, der den ukrainischen Behörden „unglaublichen Idiotismus“ vorwirft.

    Der fingierte Mord an dem Kremlkritiker, der für seine radikalen Äußerungen bekannt ist, spielt Moskau in die Hände, schreibt „The Guardian“. Der Trick des ukrainischen Geheimdienstes SBU verleihe nur den Argumenten Glaubwürdigkeit, dass westliche Medien gegen Russland voreingenommen seien.

    Die „Auferstehung“ habe prorussische Medien und Aktivisten begeistert, die endlich mal einen handfesten Beweis für mediale Manipulationen des „Gegnerstaates“ hätten.

    Der „vom Kreml unterstütze“ TV-Sender RT hat laut dem Blatt die Journalisten verhöhnt, die nach dem Vorfall nun um das Vertrauen in die Medien bangen.

    Die Zeitung zitiert den RT-Moderator Afshin Rattansi, der Entschuldigungen von den Medien gefordert hat. Laut Rattansi müssen diese erklären, warum sie Nachrichten aus nicht überprüften Quellen verbreitet haben, die Russland schaden wollten.

    RT habe zudem an vorherige Fälle erinnert, als Russland für Morde an Journalisten verantwortlich gemacht worden sei. Dazu gehörten die Ermordung des russischen Abgeordneten Denis Woronenkow, des prorussischen Reporters Olez Bezina sowie des Journalisten Pawel Scheremet in der Ukraine.

    Wegen des inszenierten Mordes klängen nun die Argumente, wonach westliche Medien Russland um jeden Preis anschwärzen wollen, überzeugender, so die Zeitung weiter. Denn prorussische Organisationen hätten die Version des Westens zu dem Abschuss der malaysischen Maschine MH17 2014 und der Vergiftung der Skripals im englischen Salisbury ständig zu widerlegen versucht.

    „Das ist unglaublicher Idiotismus seitens der ukrainischen Geheimdienste“, zitiert „The Guardian“ den Professor und Russland-Experten an der University of Manchester, Stephen Hutchings. „Das spielt direkt in die Hände der Russen und untermauert die Geschichten, wonach das alles nur,Provokationen‘ von Russlands Gegner sind.“

    Der Redakteur der englischen Version der liberalen russischen Nachrichtenwebseite Meduza, Kevin Rothrock, verurteilte die SBU-Operation in einem Tweet: „Indem sie Medien belogen haben, haben Babtschenko und die ukrainischen Behörden alle diejenigen, die gestern über den,Mord‘ berichtet haben, wie Narren aussehen lassen. Ich entschuldige mich bei all meinen Abonnenten für die Verbreitung dieses völligen Schwachsinns. Die Lehre ist, den Berichten aus der Ukraine nicht zu glauben.“

    Auch in den deutschen Medien gab es reichlich Zweifel an der Zweckmäßigkeit der „Auferstehung“. „Die Welt“ titelte am Mittwoch: „Kiew spielt mit der Glaubwürdigkeit.“ „Was der Kiewer Geheimdienst mit Sicherheit schaffte: Jeden Journalisten und jede Presseagentur zu diskreditieren, die den Informationen der Ukrainer Vertrauen schenkte. Die Aktion ist ein Geschenk für all jene, die den Geschichten der etablierten Medien misstrauen“, hieß es.

     

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    Tags:
    Journalisten, Inszenierung, Mord, The Guardian, Ukrainischer Sicherheitsdienst SBU, Arkadi Babtschenko, Großbritannien, Russland, Ukraine