00:50 21 Juni 2018
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    Ein Selbstporträt vom sowjetischen Kosmonauten Alexej Leonow

    Brisante Momente im Leben von Kosmonaut Leonow – im Orbit und am Kreml

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    Der sowjetische Kosmonaut Alexej Leonow absolvierte einst den weltweit ersten Außenbordeinsatz bei einem Weltraumflug – doch in seinem Leben gab es auch viele weitere spektakuläre Stationen. Über manche davon berichtet der russische TV-Sender Swesda. Leonow, zweifacher Held der Sowjetunion, wurde kürzlich 84 Jahre alt.

    Wie der Sender betont, konnte Leonow schon während des Dienstes als Militärpilot seine ausgezeichneten Fertigkeiten unter Beweis stellen: Einmal gelang es ihm beispielsweise, mit seinem MiG-15-Kampfjet trotz eines Triebwerk-Versagens glimpflich zu landen.

    Ein ganz besonderer Meilenstein in seinem Leben wurde Anfang der 1960er Jahre markiert, als Leonow ins Team künftiger Raumfahrer aufgenommen wurde. Die Anwärter auf Missionen im All wurden akribisch ausgewählt, sie mussten ein langes und hartes Training verkraften. Erst im März 1965 begann jener historische Flug, bei dem Leonow seinen Außenbordeinsatz absolvierte.

    • Alexej Leonow in der Flugschule
      Alexej Leonow in der Flugschule
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    • Alexej Leonow im Weltraumschiff vor dem Start
      Alexej Leonow im Weltraumschiff vor dem Start
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    • Alexej Leonow während Syrien-Besuchs (Archivbild)
      Alexej Leonow während Syrien-Besuchs (Archivbild)
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    • Alexej Leonow heute
      Alexej Leonow heute
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    Alexej Leonow in der Flugschule

    Trotz der zahlreichen Tests im Vorfeld verlief die Mission nicht ohne böse Überraschungen. Beim Ausstieg ins All kam es zu Problemen mit Leonows Raumanzug, der sich wegen der Druck-Differenz aufblähte. Nur mit viel Mühe konnte der Kosmonaut zurück in die Schleusenkammer gelangen und die Luke schließen. Später erzählte Leonow, dass seine Pulszahl zu jenem Zeitpunkt 200 pro Minute erreichte und ihm der Schweiß in Strömen rann.

    Doch nach dem eigentlichen Flug waren die Schwierigkeiten nicht vorbei. Die Woßchod-2-Kapsel landete in der schneebedeckten Ural-Taiga, rund 200 Kilometer von der Stadt Perm entfernt. Zwei Tage lang mussten Alexej Leonow und Pawel Beljajew, wie der Sender weiter berichtet, am Lagerfeuer auf eine Evakuierung warten: Zwar wurden sie schnell entdeckt, doch der Hubschrauber konnte dort nicht landen. Es nahm Zeit in Anspruch, bis Holzfäller mit Kettensägen genug Platz für einen Landeplatz geschaffen hatten.

    Lebensgefährliche Situationen gab es in Leonows Leben allerdings nicht nur während seiner Weltraumflüge. Im Jahr 1969 wurde der Wagen mit sowjetischen Kosmonauten direkt am Kreml von einem Attentäter unter Beschuss genommen – der Mann wollte eigentlich den damaligen Partei- und Staatschef Leonid Breschnew töten, wusste aber nicht, dass sich dieser in einem anderen Auto befand.

    Eine weitere historische Weltraummission absolvierte Leonow im Juli 1975 gemeinsam mit Waleri Kubassow. Ihr Raumschiff Sojus-19  koppelte an das US-Raumschiff Apollo an – und es kam zu einem Händeschütteln im Orbit.

    In seinem Leben erreichte Leonow beeindruckend viel – er wurde nicht nur Raumfahrer, sondern auch Doktor der technischen Wissenschaften und Generalmajor, Buchautor und sogar Maler: Seine von Weltraumflügen inspirierten Gemälde wurden weltweit bekannt.

    Am Ende eines seiner Bücher schrieb er: „Ich schaue mir im Fernsehen gegenwärtige Raumfahrer an, höre ihre an die Erde gerichteten Berichte – und erlebe jedes Mal meinen eigenen Flug von Neuem. Ich beneide sie und wünsche ihnen von ganzem Herzen Erfolg.“

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    Weltraumforschung, Kosmonaut, Panne, Leben, Weltraum, Alexej Leonow, Sowjetunion, UdSSR