19:50 21 Juli 2018
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    Edward Snowden in Russland (Archivbild)

    Edward Snowden wird 35: So lebt der CIA-Enthüller in Russland – FOTOS

    © AFP 2018 / AFPTV
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    Edward Snowden ist am 21. Juni 35 Jahre alt geworden. Fünf Jahre seines aufregenden Lebens hat der abtrünnige NSA- und CIA-Mitarbeiter in Russland verbracht, nachdem er 2013 die Weltöffentlichkeit darüber informiert hatte, dass die US-Regierung Menschen weltweit mit Totalüberwachung ausspäht. Wie geht es dem Gestrandeten heute?

    Auf der Flucht vor Verfolgung in seiner US-amerikanischen Heimat landete Snowden nach mehreren Zwischenstationen in Russland. Zurück in die USA kann der Whistleblower nicht: Die US-Behörden haben einen Haftbefehl wegen Spionage und Unterschlagung staatlichen Eigentums gegen ihn erlassen.

    Auf der Flucht verschwendet der gestrandete Ex-NSA-Agent offenbar keine Zeit: Rund 200.000 Dollar soll Snowden 2016 durch Vorträge auf Fachkonferenzen und Symposien in aller Welt verdient haben, wie die Zeitung „Argumenty i Fakty“ meldet.

    Публикация от L (@lsjourney) 21 Дек 2016 в 11:19 PST

    Der russische Aufenthaltsort von Edward Snowden wird zwar aus naheliegenden Gründen nicht bekanntgegeben. Dass er das Leben eines Einsiedlers führt, lässt sich aber auch nicht behaupten. Immer und immer wieder taucht Snowdens Gesicht auf Konferenzen zu Menschenrechten auf, Filmregisseure vom Rang eines Oliver Stone buhlen um seine Aufmerksamkeit, und Regierungen rund um den Globus beraten sich mit ihm zu Fragen der Cybersicherheit, wie die „AiF“ weiter schreibt.

    Laut dem Blatt werden Snowden nicht alle Skype-Auftritte bei den Veranstaltungen vergütet, was die US-Regierung indes offenbar wenig zu kümmern scheint. Die kritisiert den ehemaligen NSA-Mitarbeiter dafür, dass er sich an Geheimnissen seiner Heimat bereichere.

    „Meiner Ansicht nach hat er den Eid gebrochen, den er unserer Regierung und unserer Verfassung gegeben hatte. Dass er dafür auch noch Honorare bekommt, ist bedauerlich und nicht richtig“, sagte Ex-CIA-Direktor John Brennan, den die Zeitung zitiert.

    Snowdens Anhänger halten laut dem Blatt dagegen, dass der Whistleblower schlicht keine andere Chance gehabt habe. Er hätte schlecht seine ganzen Ersparnisse mit auf die Flucht nehmen können. Außerdem: Würde er kein eigenes Geld verdienen, wäre er längst als Moskaus Spion stigmatisiert worden. Überhaupt: Was sollte schlecht daran sein, Honorare für Vorträge zu bekommen?

    In fünf Jahren quer durch Russland

    Lebend hat das Publikum seinen Star in den letzten fünf Jahren nicht zu Gesicht bekommen, schreibt „AiF“. Nur einmal ist es einem Fotografen gelungen, Snowden bei einem Spaziergang an der Moskwa in der russischen Hauptstadt zu fotografieren. Der Whistleblower wohne in einer gewöhnlichen Mietwohnung in Moskau, sagt Snowdens Anwalt Anatoli Kutscherena laut dem Blatt. Er kaufe in ganz normalen Supermärkten ein und nutze die Metro, um durch die Stadt zu fahren. In den letzten fünf Jahren habe er ganz Russland bereist und sei mehrmals in Sankt Petersburg gewesen. Die Stadt habe ihm sehr gefallen.

    Публикация от L (@lsjourney) 25 Авг 2016 в 1:23 PDT

     

    Nun ist das Leben in der russischen Hauptstadt nicht gerade günstig. Also hat Snowden, wie die Zeitung schreibt, das Angebot angenommen, als IT-Berater für einen großen internationalen Konzern tätig zu werden. Zugleich entwickelt der Enthüller eine eigene Anti-Spy-Software. Im Dezember 2017 ist das „Haven“-Programm in Kooperation mit der Freedom of the Press Foundation vorgestellt worden. Das Programm ermöglicht es nicht nur, alle Daten auf dem Laptop oder Smartphone zu verschlüsseln, sondern wacht auch über die Unversehrtheit der Wohnung: Spezielle Sensoren überwachen die Bewegungen innerhalb eines Gebäudes und alarmieren bei Bedarf den Eigentümer übers Smartphone.

    Snowden lebt in Moskau nicht allein: Seine Freundin Lindsay Mills ist ihm nach Russland gefolgt. Einige US-Medien hatten vor ein paar Jahren berichtet, die Beiden hätten sich getrennt. Aber der Filmregisseur Oliver Stone, der einen Film über Snowden gedreht und den Whistleblower mehrmals in Russland getroffen hatte, hat diese Gerüchte dementiert. Häufigen Besuch bekommt Snowden überdies von seinem Vater, der ihn mehrmals dazu aufrief, in die USA zurückkommen.

    Kehrt der Flüchtige heim?

    Ein solch langer Aufenthalt in Russland hat Snowden inzwischen den Vorwurf eingehandelt, er arbeite für die russischen Geheimdienste. Weder seine eigenen Dementis, noch die des russischen Präsidenten konnten die Kritiker beruhigen. Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, erklärte laut dem Blatt etwa, Snowden sei Teil des Hybridkrieges geworden, den Russland gegen den Westen führe. Der russische Abschirmdienst habe den Amerikaner noch vor dessen Dienstzeit bei der NSA anwerben können. Dass Snowden von der Weltöffentlichkeit als ein idealistischer Einzelkämpfer wahrgenommen werde, sei der Gipfel des Erfolgs der russischen Propaganda.

    Wenn der Whistleblower tatsächlich von den russischen Geheimdiensten angeworben worden sein sollte, wie ist dann aber der Umstand zu erklären, dass er die russische Führung immer wieder kritisiert – etwa in puncto Netzgesetze oder Sperrung des Telegramm-Messengers? Außerdem äußerte Snowden schon mehrmals den Wunsch, Russland zu verlassen und für immer in ein Land in Lateinamerika überzusiedeln.

    Der Whistleblower erklärte auch, er sei bereit, in die USA zurückzukehren und sich zu stellen, vorausgesetzt, ihm werde ein öffentliches Jury-Verfahren garantiert. Solche Garantien haben die US-Strafbehörden jedoch nicht gegeben – weder unter dem demokratischen Präsidenten Obama, noch unter Trump.

     

    Публикация от L (@lsjourney) 14 Фев 2017 в 11:29 PST

     

    Dabei setzen sich führende Menschenrechtsorganisationen, Promis und namhafte Politiker wie der demokratische Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders in den USA für Snowdens Befreiung ein. Bei Trumps Amtsantritt schrieben einige US-Medien, der Kreml könnte den Whistleblower als Geschenk an den neuen US-Präsidenten ausliefern. Aber diese Berichte entpuppten sich als erneute Fake-News.

    Die russischen Behörden haben indes Snowdens Aufenthaltsgenehmigung verlängert, weshalb es danach aussieht, dass es nicht der letzte Geburtstag ist, den der ehemalige NSA-Agent in Russland gefeiert hat.

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    Tags:
    Whistleblower, Fake-News, Leben, Menschenrechte, Geheimdienst, Spionage, NSA, CIA, John Brennan, Donald Trump, Edward Snowden, Barack Obama, USA, Russland
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