12:02 17 Oktober 2018
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    Ölfabrik in Texas

    Emissionen durch Öl- und Gasförderung: US-Behörde verschätzt sich um 60 Prozent

    © AP Photo / David Goldman
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    Forscher haben festgestellt, dass in den USA bei der Förderung von Öl und Erdgas 60 Prozent mehr Treibhausgase entweichen als bisher angenommen. Die US-Umweltbehörde EPA soll den Rückgang der Treibhausgase im Lande stark überschätzt haben.

    Die Studie von Wissenschaftlern von verschiedenen Hochschulen wurde im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht. Darin wird behauptet, dass in den USA jährlich etwa 13 Millionen Tonnen Treibhausgas Methan entweichen – der Großteil davon infolge von Leckagen bei der Förderung.

    Tatsächlich habe die gesamte Methan-Menge, die im Jahr 2015 bei der Förderung in die Atmosphäre ausgestoßen wurde, die gleiche Auswirkung auf das Klima gehabt wie die Emissionen von Kohlekraftwerken im selben Zeitraum. Das alles widerspreche der Idee, dass Erdgas weniger schädlich für die Atmosphäre sei als Kohle.

    Methan (CH4) ist mit lediglich zwölf Jahren in der Atmosphäre nur sehr kurzlebig. Dafür aber soll es von Molekül zu Molekül viel effektiver sein als Kohlendioxid (CO2). Umgerechnet auf 100 Jahre sollen 13 Millionen Tonnen Methan 325 Tonnen CO2 entsprechen. Diese Menge entspricht wiederum den Emissionen Spaniens oder etwas mehr als einem Drittel der deutschen Treibhausgasemissionen.

    Forscher weisen auf einen Fehler der US-Umweltbehörde EPA hin: Diese hatte zuvor behauptet, die USA hätten 2016 6.511 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente emittiert. Das seien zwölf Prozent weniger als zum Höhepunkt der Emissionen im Jahr 2005. Die neue Studie bestätigt dies aber nicht: Die EPA habe die Methanemissionen der Förderung um ganze 60 Prozent unterschätzt. Das wären 122 Millionen Tonnen.

    Öl (Archiv)
    © AP Photo / Gerald Herbert, File
    Damit sind die US-Gaskraftwerke (oder jene europäischen Gaskraftwerke, die mit US-Frackinggas betrieben werden) in etwa so klimaschädlich wie Kohlekraftwerke.

    Einer der Gründe, warum die US-Umweltbehörde  mit ihren Zahlen falsch liegt, sei die Tatsache, dass sie die Öl- und Gasindustrie jedes Mal um Erlaubnis für ihre Messungen bitten müsse. Die Mitarbeiter der Öl- und Gasunternehmen sorgten wiederum dafür, jegliche Leckagen vor dem EPA-Besuch zu minimieren.

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    Tags:
    Umwelt, schaden, Klima, Treibhauseffekt, Methan, Gas, Öl, USA