22:18 22 Juli 2018
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    Deutsche Fans in Frankfurt am Main schauen das letzte Spiel ihrer Mannschaft bei dem WM-Turnier 2018

    ARD nutzt DFB-Debakel zur Anti-Russland-Agitation – Medien

    © AFP 2018 / DPA/ Andreas Arnold
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    In einem „Tagesthemen“-Kommentar über die deutsche Niederlage bei der Fußballweltmeisterschaft hat ein Journalist vom Westdeutschen Rundfunk den Gastgeber Russland scharf angegriffen. Das Portal NachDenkSeiten hat diese unpassende Feindlichkeit kritisiert.

    In einem zweiminütigen Beitrag spricht Jochen Leufgens kaum über Fußball. In dem frühen Aus der deutschen Nationalmannschaft sehe er eine Möglichkeit, „stärker hinter die Fassade dieser WM zu schauen“.

    Leufgens erwähnt unter anderem nordkoreanische „Zwangsarbeiter“, die bei der Rekonstruktion des Moskauer Stadions Luschniki tätig waren. Früher hatte der russische Botschafter bei der Uno, Wassili Nebensja, geklärt, dass nordkoreanische Arbeiter in Russland „unter keinen Sklavenbedingungen arbeiten“ würden.

    „Sie arbeiten auf der Basis von zwischenstaatlichen Abkommen mit Nordkorea, die ihre Rechte garantieren“.

    Der Journalist von NachDenkSeiten Albrecht Müller will einen solchen Beitrag, den er als „2 Minuten Aggression“ bezeichnet, in einer ARD-Sendung erwartet haben.

    „Als ich von der Niederlage der deutschen Mannschaft und ihrer bevorstehenden Heimreise hörte, dachte ich, dass jetzt den deutschen Medienmachern vermutlich viel freigewordene Kapazität ihrer Journalisten zur Verfügung steht, um beim Feindbildaufbau kräftig weiter mitzumischen.“

    Ein Leser des Portals, Hans-Jürgen Stottko, soll Müllers Aufmerksamkeit auf den Kommentar der „Tagesthemen“ gelenkt haben.

    „Es ist doch eigentlich erschreckend, dass der Kommentar zum Ausscheiden der deutschen Mannschaft von Herrn Leufgens sich nicht mit den tieferliegenden Ursachen der deutschen Niederlage (…) befasst, sondern sofort wieder dazu genutzt wird, Stimmung gegen den Veranstalter Russland zu machen. Irgendwie glaube ich, dass die ARD bzw. Das Erste zu einem reinen antirussischen Propagandasender verkommen ist.“

    Statt gegen Russland zu hetzen, hätte der WDR-Journalist sich in seinem Beitrag nach Stottkos Meinung eher mit dem Thema Fußball beschäftigen sollen. Etwa damit, dass „die hochbezahlten Profis in erster Linie daran denken müssen, dass sie ihr Geld in den Klubs verdienen und dass die Nationalmannschaft für ihre Lebensverhältnisse eigentlich sekundär ist, oder mit einer ausgesprochenen Überheblichkeit gegenüber anderen Teams, wie sie sich nach dem Schweden-Spiel zeigte.“

    Nach dem 0:2-Debakel gegen Südkorea am Mittwoch in Kasan ist die deutsche Nationalelf bei der Fußball-WM in Russland in der Vorrunde ausgeschieden. Damit schaffte es das DFB-Team erstmals in der Geschichte bei einer Weltmeisterschaft nicht ins Achtelfinale.

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    Tags:
    Hetze, Niederlage, Kritik, Fußball, Fußball-WM 2018, Deutscher Fußball-Bund (DFB), ARD, Uno, Wassili Nebensja, Südkorea, Nordkorea, Deutschland, Russland
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