05:49 21 Juli 2018
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    Polizisten am Ort des vermutlichen Giftanschlags in der englischen Stadt Amesbury

    Britische Antiterrorpolizei: Opfer von Amesbury angeblich mit "Nowitschok" vergiftet

    © REUTERS / Henry Nicholls
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    In der englischen Stadt Amesbury sind zwei Menschen mit starken Vergiftungserscheinungen aufgefunden worden. Laut dem Leiter der Antiterrorabteilung der britischen Polizei sind die beiden Opfer dem Nervengift "Nowitschok" ausgesetzt worden. Das gleiche Gift war nach britischer Darstellung auch im Fall Skripal eingesetzt worden.

    Nach Angaben des Leiters der Antiterrorabteilung, Neil Basu, sind der 45-jährige Mann und die 44-jährige Frau aus Amesbury mit dem "Nowitschok"-Gift vergiftet worden.

    Wie genau sich dies ereignet habe, sei im Moment jedoch nicht bekannt.

    Gleichzeitig bat die britische Polizei darum, auf Spekulationen zu verzichten, ob dieser Fall eine direkte Verbindung zu der Vergiftung vom Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seiner Tochter Julia hat. Im Moment gebe es dafür keine konkreten Hinweise.

    Für die Einwohner von Amesbury gebe es zwar keine akute Gefahr, dennoch sollten sie Vorsicht walten lassen, so die Stellungnahme der britischen Polizei.

    Zuvor war berichtet worden, dass in der Stadt Amesbury in der englischen Grafschaft Wiltshire zwei Menschen mit einer "unbekannten Substanz" vergiftet worden waren. Auch die britische Antiterrorpolizei hat sich den Ermittlungen angeschlossen — ihre Spezialisten waren zuvor an den Untersuchungen im Fall Skripal beteiligt.

    Die beiden Opfer waren in das Krankenhaus der Stadt Salisbury eingeliefert worden, wo zuvor auch die Skripals behandelt worden sind.

    Fall Skripal

    Der Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren Anfang März auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. Die britische Seite machte Russland für die Attacke mit dem als "Nowitschok" bekannten chemischen Kampfstoff A234 verantwortlich. Moskau wies jegliche Anschuldigungen zurück.

    Die Skripals wurden mehrere Wochen lang stationär behandelt. Die 33-jährige Julia wurde am 9. April und ihr 66-jähriger Vater am 18. Mai aus dem Krankenhaus entlassen.

    Der russische Präsident Wladimir Putin wünschte Sergej Skripal baldige Genesung und betonte, Russland sei bereit, bei der Untersuchung des Falls zu helfen. London lehnte das Angebot ab.

    Der Fall löste einen schweren internationalen Skandal aus. London wies 23 russische Diplomaten aus. Großbritannien wurde von mehreren EU-Ländern, den USA und einigen anderen Staaten unterstützt. Russland antwortete ebenfalls mit der Ausweisung von Diplomaten aus Großbritannien und anderen Ländern.

    Tags:
    Vergiftung, A-234 "Nowitschok", Scotland Yard, Sergej Skripal, Amesbury, Salisbury, London, Großbritannien