12:06 17 Juli 2018
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    AKW Tihange in Belgien (Archivbild)

    Technische „Anomalien“ in belgischem AKW entdeckt – Medien

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    Die Betreibergesellschaft Engie-Electrabel hat im dritten Atomreaktor des AKW Tihange in der belgischen Region Wallonien einen Konstruktionsfehler entdeckt, wie die Tageszeitung „Le Soir“ am Donnerstag meldete.

    Der Energieblock ist seit dem 30. März für eine geplante Sicherheitsprüfung abgeschaltet.

    Nach Angaben der Zeitung stellten die Fachleute während der Prüfung eine Verschlechterung der technischen Eigenschaften von Beton in dem Deckenteil des fünfstöckigen gepanzerten Reaktorbunkers fest, in dem sich die Notfallsysteme befinden. Engie-Electrabel stieß außerdem auf „Anomalien in der Bewehrung des Stahlbetons, die seit dem Bau des Gebäudes vorhanden sind“, schreibt „Le Soir“.

    Die Zeitung schließt nicht aus, dass das ausfindig gemachte Manko die Festigkeit der Konstruktion beeinflussen kann.

    Auf dem belgischen Territorium gibt es sieben Atomreaktoren. Zwei belgische Atomkraftwerke – Doel mit vier Reaktoren und Tihange mit drei Reaktoren – können etwa 6000 Megawatt Strom erzeugen und damit 55 Prozent des Strombedarfs des Landes decken.

    Die belgischen Behörden hatten zuvor im Zusammenhang mit dem Atomunfall von Fukushima 2011 beschlossen, bis zum Jahr 2025 die Atomkraftwerke des Landes zu schließen

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    Tags:
    Anomalie, Defekt, Prüfung, AKW, Engie-Electrabel, AKW Tihange, Wallonien, Belgien
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