09:09 23 Oktober 2018
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    ein russischer Soldat bei der Übungen (Archiv)

    Militär-Champions: Unglaubliche Rekorde russischer Offiziere und Soldaten

    © Sputnik / Witali Ankow
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    Der längste Flug strategischer Bomber, der schnellste Panzer, der tiefste Tauchgang der Kampftaucher – Russlands Verteidigungsministerium hat auf seiner Website die Rubrik „Buch der Rekorde der russischen Armee“ eröffnet, die den herausragenden Errungenschaften der russischen Militärs gewidmet ist. Sputniknews veröffentlicht die Interessantesten.

    Seestreitkräfte

    Einer der größten Rekordler der russischen Kriegsmarine ist zu Recht der Held Russlands Oberst Igor Matkowski, der jetzt stellvertretender Befehlshaber der 45. Armee der Luftstreitkräfte und Luftabwehrkräfte ist. Während seines Wehrdienstes landete er mehr als 200 Mal auf dem Deck des schweren Flugzeugträgers „Admiral Kusnezow“ am Steuer von Kampfjets Su-25UTG, Su-27 und Su-33. Das wäre selbst für Piloten der US-amerikanischen Flugzeugträger durchaus anständig, die im Durchschnitt 150 bis 180 Mal auf dem Deck landen.

    >>Andere Sputnik-Artikel: Russischer Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ bekommt neues Raketensystem

    Für Russland, wo es weniger Marinepiloten als Kosmonauten gibt, ist der Rekord des Obersten Matkowski wirklich herausragend. Dabei muss man sagen, dass die Landung auf dem Deck nicht ganz harmlos  für den Organismus ist – der Pilot empfindet in diesem Moment eine Überbelastung von vier bis fünf G, was schädlich für die Wirbelsäule ist. Aber umso wichtiger ist Matkowskis Rekord.

    Auch die russischen Kampftaucher haben ihre Rekorde. Am 30. Oktober 2017  fand ein Training der Taucher der Pazifik-Flotte zum ersten Mal in einer Tiefe von 317 Metern statt. Daran beteiligten sich sieben Tieftaucher von der „Igor Beloussow“. Das ist zwar kein Weltrekord, aber das größte Ergebnis für die russischen Taucher. Bis dahin hatte der Rekord bei 200 Metern gelegen. Auf diese Übung hatten sich die Teilnehmer etwa eine Woche vorbereitet, unter anderem in einer Druckkammer.

    Training der Taucher der Pazifik-Flotte in einer Tiefe von 317 Metern
    Training der Taucher der Pazifik-Flotte in einer Tiefe von 317 Metern

    Im „Buch der Rekorde“ gibt es viele Rekorde, die noch in Sowjetzeiten aufgestellt wurden. Am 6. August 1991 hat beispielsweise das Atom-U-Boot K-407 „Nowomoskowsk“ zum ersten Mal in der Geschichte gleichzeitig zwei ballistische Raketen R-29RM und zudem 14 Attrappen dieses Typs abgefeuert. Das wagte niemand mehr – ob früher oder später, denn das Risiko für das U-Boot wäre dann viel zu groß.

    Das Video von dem Start der Raketen R-29RM:

    Damit hat die „Nowomoskowsk“ quasi die Sowjetunion verabschiedet, die wenige Monate später auseinanderfallen sollte. Aber auch die russische Kriegsmarine ist durchaus tatkräftig: Am 22. Mai 2018 feuerte das Atom-U-Boot „Juri Dolgoruki“ gleich vier ballistische Interkontinentalraketen  „Bulawa“ ab, was etwa 160 Bomben entsprach, die die USA im August 1945 auf Hiroshima abgeworfen hatten.

    Luft- und Weltraumtruppen

    Den größten Rekord für die russischen Militärpiloten stellte Oberst Igor Rodobolski auf: Er wurde mit insgesamt acht Orden ausgezeichnet: dem Orden „Für Kriegsverdienste“, drei Tapferkeitsorden, zwei Orden „Roter Stern“, dem Orden „Für den Dienst an der Heimat“ dritter Klasse und dem „Goldenen Stern“ eines Helden Russlands. In Afghanistan und Tschetschenien war dieser tapfere Flieger quasi der „Schutzengel“ für die bodengestützten Truppen. Sein Hubschrauber Mi-8 rettete mehrmals von Feinden eingekesselte Infanteristen, indem er Verletzte evakuierte sowie die blockierten Kräfte mit Munition und Medikamenten versorgte.

    Hier ein Beispiel für seinen Mut: Am 11. Januar 2002 führte er eine Gruppe aus sechs Hubschraubern bei einem Angriff gegen einen großen Stützpunkt der tschetschenischen Extremisten bei Scharo-Argun an. Rodobolski flog als erster und provozierte quasi den Gegner. Die Extremisten schossen auf ihn aus allen ihren Waffen, so dass die russischen Piloten ihre Positionen sehen und vernichten konnten.

    An dem Einsatz beteiligten sich unter anderem Fallschirmjäger, von denen sechs verletzt wurden. Rodobolski entschied sich, seine Flughöhe extrem zu senken, und landete dabei quasi mit zwei Rädern auf einem Steilhang. Während die Fallschirmjäger die Maschine bestiegen, wurde sie von den Extremisten gleich 24 Mal getroffen und wesentlich beschädigt. Rodobolski selbst wurde an einem Arm verletzt, konnte aber trotzdem wegfliegen. Eines der Rotorblätter wurde durch einen Volltreffer aus einem Granatwerfer zerstört, aber der Pilot konnte den russischen Stützpunkt erreichen.

    >>Andere Sputnik-Artikel: Frachtriesen unter russischer Flagge: Wer hat Kiew die Flugzeuge „geklaut“?

    Die russischen Piloten zeigen sich auch in Friedenszeiten als wahre Helden. Im April 1996 landete die Besatzung eines schweren Frachtflugzeugs An-124 „Ruslan“ vom 566. Kampf-Transport-Regiment gleich mehrmals auf der für solche Maschinen nicht geeigneten Landebahn des Flugplatzes „Tenkeli“ über dem Polarkreis. Die Situation war umso schwerer, weil der Flugplatz keine entsprechenden funktechnischen Mittel hatte, die der Besatzung hätten helfen können, den richtigen Kurs zu wählen. Zuvor hatte es so etwas noch nie gegeben, dass ein schweres Frachtflugzeug praktisch auf einer Eisscholle gelandet wäre. Selbst der kleinste Fehler hätte eine Katastrophe verursacht. Aber die Besatzung der „Ruslan“ führte im April 1996 sechs solche Landungen aus.

    Landund des Frachtflugzeugs An-124 „Ruslan“ auf einer Eisscholle
    Landund des Frachtflugzeugs An-124 „Ruslan“ auf einer Eisscholle

    Heer

    Einen wichtigen Rekord stellte Maria Litowtschenko auf, die ihren Dienst in der Funkstelle des Stabes der 106. Nachrichtenbrigade leistete. Zwischen 2015 und 2017 wurde sie als Mitglied der Auswahl der Landtruppen zur besten Telegrafistin der Streitkräfte bei dem Wettbewerb „Zuverlässiger Empfang“ gewählt.  Sie kann nach Gehör 23/22 Gruppen von Morsezeichen pro Minute wahrnehmen und ihrerseits 250 Morsezeichen pro Minute senden. Für diese Verdienste wurde Maria Litowtschenko mit dem Zeichen „Ehrenfunker“  ausgezeichnet.

    Ihre eigenen Rekorde stellen auch Soldaten aus Versorgungseinheiten auf. In der Nacht zum 23. September 2017 hat beispielsweise eine Brückenbau-Abteilung der 69. selbstständigen Brigade des Militärbezirks West unweit des syrischen Dorfes Irea eine Schnellbrücke über den Euphrat gebaut. Sie war 201,9 Meter lang und wurde aus Teilen einer kleinen Automobil-Schnellbrücke gebaut. Dabei ist eine solche Brücke, die aus einem Set errichtet wird, nur 118 Meter lang.

    In der den Errungenschaften des Heeres gewidmeten Rubrik sind viele Rekorde erwähnt, die die russische Militärtechnik aufstellte. So wurde der selbstfahrende 240-Millimeter-Minenwerfer „Tjulpan“ als schwerste der Waffen anerkannt, über die alle modernen Armeen der Welt verfügen. Und das Mehrfachraketensystem „Smertsch“ ist der stärkste Artilleriekomplex der Welt. Ein gleichzeitiger Schuss mit allen 300-Millimeter-Geschossen deckt eine Fläche von mehr als 67 Hektar – fast 100 Fußballfelder – ein. Und die Schusspräzision des „Smertsch“-Komplexes ist zwei- bis dreimal besser als die der ausländischen Artilleriesysteme, auch des US-amerikanischen MLRS.

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