22:35 16 Juli 2018
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    Shoko Asahara im Polizeiwagen (Archivbild)

    23 Jahre nach Giftgasanschlag in Tokio: Anführer der Aum-Sekte erhängt

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    Der Gründer und Anführer der japanischen Endzeitsekte Ōmu Shinrikyō, Shōkō Asahara, und sechs weitere Anführer der Gruppierung sind am Freitag hingerichtet worden. Darüber berichtete der TV-Sender NHK unter Verweis auf seine Quellen.

    Demnach wurden neben dem Chef der Aum-Sekte, der durch den Strang starb, unter anderem auch der „Militärminister" der Gruppierung Kiyohide Hayakawa und der Mediziner Tomomasa Nakagawa, der für die Entwicklung von Giftgasen verantwortlich war, hingerichtet.

    Die neoreligiöse Gruppierung Ōmu Shinrikyō war 1987 von Shōkō Asahara (bürgerlicher Name Chizuo Matsumoto) gegründet worden. Die Sekte zählte nach unterschiedlichen Angaben 30.000 bis 50.000 Mitglieder, darunter 10.000 in Russland. Dort war sie besonders stark vertreten und versuchte neben der Durchführung von Missionsarbeit auch eine aktive wirtschaftliche Tätigkeit auszuüben.

    Die Mitglieder der Sekte verübten 1994 einen Giftgasnaschlag in der Stadt Matsumoto in der Präfektur Nagano, bei dem sieben Menschen getötet wurden. Weltweit bekannt wurde die Aum-Sekte durch die Giftgasattacke in der Tokioter U-Bahn im Jahr 1995, bei dem 13 Menschen ums Leben kamen und weitere 6300 verletzt wurden. In beiden Fällen setzten die Täter das Nervengas Sarin frei. Damals nahm die japanische Polizei rund 30 Anführer der religiösen Gruppe fest. 13 von ihnen wurden später zum Tode verurteilt; die Gerichtsurteile jedoch bislang nicht vollstreckt.

    Da drei Anführer der Aum-Sekte lange Zeit auf der Flucht waren, wurden Asahara und seine Mittäter zunächst am Leben gehalten. 2012 wurden auch sie verhaftet und verurteilt.

    Tags:
    Giftgasanschlag, Giftgasattacke, Sarin, Giftgasangriff, Sekte, Hinrichtung, Omu Shinrikyo, Shoko Asahara, Japan
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